Spiel wird nicht mehr weiter über Asmodee vertrieben!

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danom
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Re: Spiel wird nicht mehr weiter über Asmodee vertrieben!

Beitrag von danom » Mi 17. Apr 2019, 12:58

Eigentlich wollte ich nichts mehr dazu schreiben, da du schon recht hast und wir uns seit den letzten Posts zum Teil stark im Kreis drehen, aber irgendwie habe ich noch nicht das Gefühl, bisher richtig verstanden worden zu sein.

Zum Teil ist hier einfach auch nur sehr viel Wortglauberei im Spiel. Beispielsweise die Kritik an meiner Aussage, dass die Qualität der Übersetzung leidet. Natürlich hat das Einfluss auf die Qualität, wenn ich eine Produktkette nicht vollständig übersetze. Wenn ich in der Schule einen Test schreibe, dort zwei Aufgaben perfekt löse und zwei überhaupt nicht, dann wird meine Qualität vom Lehrer auch nicht mehr als sehr gut bewertet. Du redest von eigenständigen Produkten, aber meines Wissens nach ist keine der IA Erweiterungen eigenständig (im Sinne von unabhängig vom Basisspiel spielbar). Klar kann man das Basisspiel auch ohne Erweiterungen spielen, aber das ändert gar nichts daran, dass die Erweiterungen Teil ein und derselben Spielekette sind. Wenn ich gerne diese neue Erweiterung spielen will, dann muss ich mir dazu mindestens das englische Basispiel kaufen um Sprachenmischmaschs, die vielleicht im Beispiel der IA App zumutbar sind, aber in anderen Fällen sich stark negativ auswirken können, zu entgehen.

Mag sein, dass es in diesem konkreten Fall von IA wie Meckerei ohne große Relevanz wirkt. Wenn die Kombination der englischen App mit deutschen Materialien unkompliziert ist und wirklich kein physischer Inhalt mehr kommt, dann stimme ich dir da gerne zu und dann wäre es mir persönlich auch als Star Wars Liebhaber herzlich egal. Hier geht es aber nunmal nicht nur um IA, wie du auch bereits festgestellt hast. Die rigorose Meldung, dass ab sofort keine deutschen Produkte von IA mehr vertrieben werden, klingt mir eher nach einer neuen Firmenpolitik, die auch nicht mit früheren Fällen wie WoW vergleichbar ist, wo komplett die Produktkette nach Lizenzablauf eingestellt wurde und nicht einfach nur die Lokalisierung. Konstruieren wir mal ein fiktives Beispiel, was mit dieser Art von Politik ebenfalls erdenklich wäre:
Eldritch Horror (Füge hier Wahlweise eins deiner Lieblingsspiele ein) - Versetzen wir uns mal ein paar Jahre zurück und stellen uns vor, dass nicht alles so abgelaufen wäre, wie in der Realität sondern stattdessen nach dem Übersetzen von Basisspiel und 2 Erweiterungen die Meldung gekommen wäre "Ab sofort stellen wir den Vertrieb der deutschen Produkte von Eldritch Horror ein und werden auch keine weiteren übersetzen." und dann die restlichen Erweiterungen nur noch auf englisch käuflich gewesen wären. Wäre dir das auch egal gewesen? Denn das wäre als analoge Projektion des jetzigen Verhaltens von Asmodee De auf zukünftige Spiele als realistisches Szenario denkbar und soweit ich lese, hast du das auch selbst bereits erkannt. Über die minimalen Auswirkungen im konkreten Fall von IA brauchen wir uns gar nicht mehr weiter zu unterhalten, es geht einzig um das Potenzial von diesem Statement.

Und ich sehe da auch nicht den wenig kaufenden Kunden als Problemquelle. Zum einen ist es FFG's/Asmodee's "Schuld", wenn sie mit übertrieben vielen zum Teil kaum Inhalt bietenden Erweiterungen die Verkaufszahlen unter ihren Produkten splitten. Zum anderen werde ich den Verdacht nicht los, dass in Realität die Situation einfach nur wie folgt aussieht (Beispiel mit völlig fiktiven Zahlen, aber ich denke von der qualitativen Aussage her nicht weit von der Realität entfernt):

Gewinn (=wirklich nach Abzug aller Kosten einschließlich Produktion, Personal etc) für den Verkauf lokalisierter Produkte:
-> Basisspiel: +100.000 €
-> 1. Erweiterung: + 50.000 €
-> 2. Erweiterung: + 35.000 €
-> 3. Erweiterung: + 15.000 €
-> 4. Erweiterung: - 1.000 €
-> 5. Erweiterung: - 9.000 €

Für den maximalen Umsatz müsste man in dem Beispiel nach Erweiterung 3 mit der Lokalisierung aufhören (=200.000€ Gewinn).
ODER man übersetzt eben einfach alle fünf Erweiterungen und hat danach "nur" noch 190.000€ Gewinn, was wohlgemerkt aber immernoch ein deutlicher Gewinn ist, und verbucht die entstehenden Mehrkosten im Vergleich zur anderen Entscheidung als Servicekosten zum Wohle des Kunden, was widerum die Verkaufszahlen ankurbeln und den Umsatz nachhaltig steigern würde.

Die erste Entscheidung zu treffen statt der zweiten bedeutet also einfach anders ausgedrückt einen schlechteren Kundenservice und das ist das, was ich von Asmodee momentan befürchte. Genau so würde es sich verhalten, wenn sie ankündigen würden "Um Kosten zu senken, können wir den Ersatzteil-Service und den gratis Umtausch defekter Brettspiel-Materialien zukünftig leider nicht mehr anbieten." (ja, das sind auch Services am Kunden, die den Verlag Geld kosten, genau wie das Übersetzen einer Erweiterung, deren Kosten den Umsatz übersteigt). Eben diese Entwicklung sehe ich sehr kritisch und darauf ziehen auch meine bisherigen Posts ab. Ich denke, dass es da auch sinnvollere Lösungen geben würde, um möglichst verlustarm die Kaufmoral oben zu halten, so wie es beispielsweise die Spieleschmiede macht mit Crowdfunding zur Lokalisierung.

Natürlich sind die Apps nochmal Spezialthemen. Aber das Argument "Asmodee De" verdient daran nichts, finde ich trotzdem abgedroschen. Sollen sie sich halt mit FFG auf eine sinnvolle Gewinnaufteilung einigen, wenn der individuelle Umsatz ihrer deutschen Abteilung so entscheident ist, obwohl damit nur eine Verschiebung stattfindet und der Gesamtumsatz von Asmodee gleich bleibt.

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Sirene
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Re: Spiel wird nicht mehr weiter über Asmodee vertrieben!

Beitrag von Sirene » Mi 17. Apr 2019, 13:31

Liebe Community,

wir verstehen euren Aufruhr bezüglich der Einstellung von Imperial Assault und möchten euch einige Hintergründe erläutern und Irrglauben aus dem Weg schaffen.

Warum haben wir uns für das Einstellen von Imperial Assault entschieden?
– In diese Entscheidung spielen unzählige Faktoren. Selbstverständlich spielt die Wirtschaftlichkeit eine enorme Rolle, das tut sie in jedem Unternehmen. Leider ist es nicht einfach damit getan, ein Produkt bis zum Ende fortzuführen. Wir sind an Mindestauflagen gebunden und selbst wenn wir diese noch weiter runter schrauben könnten, würde das nur dazu führen, dass die Produkte deutlich teurer werden.

Wir haben in den letzten Jahren, seit 2015, ca. 50 lokalisierte Imperial Assault Produkte veröffentlicht, immer in „nur“ Mindestauflage. Auf, bei einem Großteil der Erweiterungen, 2/3 der produzierten Auflagen sitzen zu bleiben ist leider keineswegs wirtschaftlich. Für Imperial Assault in lokalisierter Ausgabe ist der Markt einfach nicht mehr da und Produkte auf denen Star Wars steht, verkaufen sich auch leider nicht mehr von selbst.

Wir werden natürlich nicht vorhersagen können, bei welchem Spiel es alle Erweiterungen auf Deutsch geben wird und bei welchem wir irgendwann die Lokalisation einstellen müssen. Wenn wir uns allerdings dazu entscheiden, ein Produkt zu lokalisieren, dann möchten wir es natürlich soweit begleiten, wie es möglich ist. Natürlich brauchen wir euch dazu. Ohne Community – kein Spiel.

Besonders weil wir euch als Community schätzen und Imperial Assault zu einem nicht allzu ruckartigen Ende führen wollen, lokalisieren wir die bisherigen Kampagnen in der App noch. Kartensets für zukünftige Erweiterungen zur Verfügung zu stellen ist nicht möglich, da wir uns hier mit einer Lizenz befassen, die einigen Einschränkungen unterliegt.

Warum haben wir zuerst den Handel informiert? – Wir sind in erster Linie Distributor und stehen damit dem Handel sehr nahe. Unser ursprünglicher Plan war, den Handel zu informieren (Dienstag) und Donnerstag euch zu informieren. So sollte vermieden werden, dass es wie in der Vergangenheit dazu kommt, dass der Kunde den Händler informiert, statt umgekehrt. Die Nachricht im Ausgangspost war eine nur für Händler bestimmte Information aus dem nur für Händler bestimmten Newsletter.

Organized Play – Wir brechen nicht ganz ruckartig die Zelte ab. Die bereits bestellten OP Sets werden natürlich noch an die Händler geliefert. Wir haben den Händlern außerdem die Möglichkeit gegeben noch über uns die Saison 2 Sets auf Englisch zu bestellen. Das wird allerdings das letzte OP sein, das wir anbieten.

Ich hoffe, das hilft euch ein wenig unsere Entscheidung zu verstehen und bitten um Verständnis, dass ich nicht auf alle angesprochenen Punkte und/ oder Vermutungen eingehen kann.
Generell gilt zu sagen, dass wir an unserer Kommunikationsstrategie arbeiten und mehr Transparenz ermöglichen wollen.

Liebe Grüße

Michelle & das Team Asmodee
Michelle Reiche
ASMODEE GmbH
- Senior Events & Organized Play Manager -

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Re: Spiel wird nicht mehr weiter über Asmodee vertrieben!

Beitrag von Chrisbock » Mi 17. Apr 2019, 13:50

Vielen Dank, Sirene, für die erklärenden Ausführungen!

Ich bitte dann wiederum um Verständnis, dass ich bei zukünftigen, interessanten Produkten (was selten genug geworden ist)aus dem Hause FFG auf die Originalversion zurückgreifen werde, um einen unnötigen Mix aus verschiedenen Sprachversionen sicher zu vermeiden.

Lokalisierte Spiele, die von Asmodee DE veröffentlicht werden, kann ich unter diesen Voraussetzungen zukünftig nicht mehr kaufen.

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Re: Spiel wird nicht mehr weiter über Asmodee vertrieben!

Beitrag von TobiWan » Mi 17. Apr 2019, 14:04

danom hat geschrieben:
Mi 17. Apr 2019, 12:58
Eigentlich wollte ich nichts mehr dazu schreiben, da du schon recht hast und wir uns seit den letzten Posts zum Teil stark im Kreis drehen, aber irgendwie habe ich noch nicht das Gefühl, bisher richtig verstanden worden zu sein.
Ich bin ja ganz bei dir, wenn es darum geht, dass es schade ist. Gerade da es ein System ist das wir ab und an auch spielen, trifft es mich ja sogar explizit.
Zum Teil ist hier einfach auch nur sehr viel Wortglauberei im Spiel.
Falls du das so wahrgenommen hast, kann ich dir versichern, dass dies nicht meine Absicht dahinter war.
Beispielsweise die Kritik an meiner Aussage, dass die Qualität der Übersetzung leidet. Natürlich hat das Einfluss auf die Qualität, wenn ich eine Produktkette nicht vollständig übersetze. Wenn ich in der Schule einen Test schreibe, dort zwei Aufgaben perfekt löse und zwei überhaupt nicht, dann wird meine Qualität vom Lehrer auch nicht mehr als sehr gut bewertet.
Spinne ich das Beispiel weiter, so hast du alle Fragen richtig beantwortet, aber die Bonusfragen ausgelassen. Würdest du dann nicht trotzdem eine 1 im Test erwarten?
Du redest von eigenständigen Produkten, aber meines Wissens nach ist keine der IA Erweiterungen eigenständig (im Sinne von unabhängig vom Basisspiel spielbar). Klar kann man das Basisspiel auch ohne Erweiterungen spielen, aber das ändert gar nichts daran, dass die Erweiterungen Teil ein und derselben Spielekette sind.
Ich denke das weißt du eigentlich selber, aber keines der AddOns baut auf anderen auf.
Wenn ich gerne diese neue Erweiterung spielen will, dann muss ich mir dazu mindestens das englische Basispiel kaufen um Sprachenmischmaschs, die vielleicht im Beispiel der IA App zumutbar sind, aber in anderen Fällen sich stark negativ auswirken können, zu entgehen.
Eine Erweiterung die es Stand jetzt nicht in absehbarer Zeit geben wird.
Hier geht es aber nunmal nicht nur um IA, wie du auch bereits festgestellt hast. Die rigorose Meldung, dass ab sofort keine deutschen Produkte von IA mehr vertrieben werden, klingt mir eher nach einer neuen Firmenpolitik, die auch nicht mit früheren Fällen wie WoW vergleichbar ist, wo komplett die Produktkette nach Lizenzablauf eingestellt wurde und nicht einfach nur die Lokalisierung.
Auf der anderen Seite haben wir aber zum ersten mal ein deutschen Twilight Imperium bekommen. Ergo nicht alles ist schlechter geworden. Wie ich schon mehrfach schrieb, IA ist glaube ich eine Ausnahme unter den Ausnahmen, was klar ist, wenn man sich mit dem historischen Werdegang auseinander setzt und ist weit weg davon als das allgemeingültige Beispiel zu fungieren.
Konstruieren wir mal ein fiktives Beispiel, was mit dieser Art von Politik ebenfalls erdenklich wäre:
Eldritch Horror (Füge hier Wahlweise eins deiner Lieblingsspiele ein) - Versetzen wir uns mal ein paar Jahre zurück und stellen uns vor, dass nicht alles so abgelaufen wäre, wie in der Realität sondern stattdessen nach dem Übersetzen von Basisspiel und 2 Erweiterungen die Meldung gekommen wäre "Ab sofort stellen wir den Vertrieb der deutschen Produkte von Eldritch Horror ein und werden auch keine weiteren übersetzen." und dann die restlichen Erweiterungen nur noch auf englisch käuflich gewesen wären. Wäre dir das auch egal gewesen? Denn das wäre als analoge Projektion des jetzigen Verhaltens von Asmodee De auf zukünftige Spiele als realistisches Szenario denkbar und soweit ich lese, hast du das auch selbst bereits erkannt.
Ich glaube ein Szenario das eher das beschreibt, wäre Mansions of Madness 2, da hier viel mehr Parallelen dazu existieren, wie zum Beispiel App Only Inhalte. Auch da würde ich sagen, wenn es sich nicht rechnet, kann man da nichts machen. Eine DLC kostet ca 5€, wenn sich davon in DE nicht mehr genug verkaufen um damit die Übersetzung zu bezahlen, kannn entweder der Preis in einem gewissen Maß angehoben werden (wofür sie auch einen Shitstorm kriegen), oder aber es wird gesagt machen wir nicht. Die Alternative dazu im Printbereich wäre nämlich, du hast außer durch Importe gar keinen Zugriff darauf und da ist das der bessere Weg. IA ist da sogar noch besonderer, denn bisher zumindest gibt es keine kostenpflichtigen DLCs.
Und ich sehe da auch nicht den wenig kaufenden Kunden als Problemquelle. Zum einen ist es FFG's/Asmodee's "Schuld", wenn sie mit übertrieben vielen zum Teil kaum Inhalt bietenden Erweiterungen die Verkaufszahlen unter ihren Produkten splitten.
Da sind wir in ganz anderen Gewässern unterwegs und da glaube ich auch nicht, dass einer von uns den entsprechenden Durchblick und das nötige Fachwissen hat, um eine qualitative Aussage zu treffen. Fakt ist, gerade FFG Spiele sprechen meistens eine sehr spezielle Kundschaft an, diese ist zwar oft bereit auch mehr Geld für ein Spiel in die Hand zu nehmen, aber sie ist überschaubar groß.
Zum anderen werde ich den Verdacht nicht los, dass in Realität die Situation einfach nur wie folgt aussieht (Beispiel mit völlig fiktiven Zahlen, aber ich denke von der qualitativen Aussage her nicht weit von der Realität entfernt):

Gewinn (=wirklich nach Abzug aller Kosten einschließlich Produktion, Personal etc) für den Verkauf lokalisierter Produkte:
-> Basisspiel: +100.000 €
-> 1. Erweiterung: + 50.000 €
-> 2. Erweiterung: + 35.000 €
-> 3. Erweiterung: + 15.000 €
-> 4. Erweiterung: - 1.000 €
-> 5. Erweiterung: - 9.000 €

Für den maximalen Umsatz müsste man in dem Beispiel nach Erweiterung 3 mit der Lokalisierung aufhören (=200.000€ Gewinn).
ODER man übersetzt eben einfach alle fünf Erweiterungen und hat danach "nur" noch 190.000€ Gewinn, was wohlgemerkt aber immernoch ein deutlicher Gewinn ist, und verbucht die entstehenden Mehrkosten im Vergleich zur anderen Entscheidung als Servicekosten zum Wohle des Kunden, was widerum die Verkaufszahlen ankurbeln und den Umsatz nachhaltig steigern würde.
Etwas ähnliches wollte ich auch schon mal schreiben um zu verdeutlichen was ich meine. Allerdings sähen bei mir die Zahlen anders aus. Machen wir mal ein wenig Schwarzmalerei:
-> Basisspiel: +40.000 €
-> 1. Erweiterung: + 20.000 €
-> 2. Erweiterung: + 5.000 €
-> 3. Erweiterung: - 5.000 €
-> 4. Erweiterung: - 15.000 €
-> 5. Erweiterung: - 16.000 €
Das Problem das ich an deiner Rechnung sehe, du gehst direkt von guten Gewinnen aus. Nach Abzug der Kosten vom Umsatz muss nicht unbedingt so rosig sein wie du es darstellst. In meinem Beispiel war das Basisspiel und zumindest die erste Erweiterung ein Finanzieller Erfolg. Das zweite AddOn war zumindest kein Minusgeschäft, anders als das dritte, aber da war es noch tragbar. Die vierte Erweiterung hingegen kann man nur noch als Fan Support verbuchen und die fünfte zeigt wohin die Reise geht. Mit solchen Zahlen würde ich auch sagen, ich mach da keine 6. Erweiterung.
Die erste Entscheidung zu treffen statt der zweiten bedeutet also einfach anders ausgedrückt einen schlechteren Kundenservice und das ist das, was ich von Asmodee momentan befürchte. Genau so würde es sich verhalten, wenn sie ankündigen würden "Um Kosten zu senken, können wir den Ersatzteil-Service und den gratis Umtausch defekter Brettspiel-Materialien zukünftig leider nicht mehr anbieten." (ja, das sind auch Services am Kunden, die den Verlag Geld kosten, genau wie das Übersetzen einer Erweiterung, deren Kosten den Umsatz übersteigt). Eben diese Entwicklung sehe ich sehr kritisch und darauf ziehen auch meine bisherigen Posts ab.
Wobei Dinge wie der Ersatzteilservice, anders als es gerne Dargestellt wird, nichts anderes ist als der gesetzlich verankerte Käuferschutz bezüglich Mangelware. Die Alternative wäre nämlich, die viel teurere Variante, das gesamte Produkt über den kompletten Vertriebsweg zurückzunehmen.
Ich denke, dass es da auch sinnvollere Lösungen geben würde, um möglichst verlustarm die Kaufmoral oben zu halten, so wie es beispielsweise die Spieleschmiede macht mit Crowdfunding zur Lokalisierung.
Das mit dem Crowdfunding ist so eine Sache. Ja es gibt ein paar gute, aber auch eine Menge Crap und unglaublich viel ist da auch schon schiefgelaufen. Auch die Einzelhändler sind wenig begeistert davon, da sehr viel Stammkundschaft so von ihnen abgezogen wurde. Crowdfunding hat seine Vorteile, aber auch massive Nachteile, die gerne unter den Tisch gekehrt werden.
Natürlich sind die Apps nochmal Spezialthemen. Aber das Argument "Asmodee De" verdient daran nichts, finde ich trotzdem abgedroschen. Sollen sie sich halt mit FFG auf eine sinnvolle Gewinnaufteilung einigen, wenn der individuelle Umsatz ihrer deutschen Abteilung so entscheident ist, obwohl damit nur eine Verschiebung stattfindet und der Gesamtumsatz von Asmodee gleich bleibt.
Asmodee DE ist nicht FFG ist nicht Asmodee. Der Einfachheit halber kannst du sie eigentlich als unabhängige Unternehmen betrachten. Mit diesem Wissen sollte dir klar sein, dass sie sich nichts gegenseitig schenken. Vergleichen kannst du es mit Skoda und Audi, welche beide Teile vom Volkswagen Konzern sind. Technologisch wird zusammengearbeitet (und nicht einmal das durchgängig) und Strategien entwickelt, Markttechnisch sind sie aber Konkurrenten. Bei FFG zB bleibt pro Stück mehr hängen, wenn du gleich die Englische Version kaufen würdest, aber sie machen einen besseren Schnitt, wenn mehr Leute die deutsche Version kaufen. Das funktioniert aber nur so lange für Asmodee DE, wenn die Kosten den Umsatz nicht übersteigen. Der Hauptkonzern hat dabei letztlich nur eine Koordinationsrolle, gibt Trend- und Marktanalysen und achtet darauf das jeder Standort vital performed.

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Re: Spiel wird nicht mehr weiter über Asmodee vertrieben!

Beitrag von TobiWan » Mi 17. Apr 2019, 14:17

Sirene hat geschrieben:
Mi 17. Apr 2019, 13:31
....
Danke für die Info.

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Oshikai
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Re: Spiel wird nicht mehr weiter über Asmodee vertrieben!

Beitrag von Oshikai » Mi 17. Apr 2019, 14:33

Sirene hat geschrieben:
Mi 17. Apr 2019, 13:31
Besonders weil wir euch als Community schätzen und Imperial Assault zu einem nicht allzu ruckartigen Ende führen wollen, lokalisieren wir die bisherigen Kampagnen in der App noch.
Danke!
Heißt dass es lohnen sich lediglich noch die Erweiterungen 'Rückkehr nach Hoth' und 'Jabbas Reich' um die beiden bisher verfügbaren Kampagnen (neben der Grundspielkampagne) spielen zu können? Oder zählen andere bisher lokalisierte Erweiterungen auch unter den 'bisherigen Kampagnen'?

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kasi36
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Re: Spiel wird nicht mehr weiter über Asmodee vertrieben!

Beitrag von kasi36 » Mi 17. Apr 2019, 14:49

Mal ganz kurz, weil hier auch VdW2 angeführt wurde (und ich weiß, dass es derzeit vorrangig um App-Erweiterungen geht, aber möchte das trotzdem anführen, damit man keine falschen Vorstellungen bekommt):
Ich habe die Grundbox von VdW2 auf englisch, allerdings Erweiterungen auf deutsch (z.B. das Material aus der ersten Edition oder weitere Erweiterungen). Dadurch ergeben sich durchaus deutliche Probleme:
1. Wenn ich die App auf englisch einstelle, ist das Problem, dass auch die Tiles und Karten, welche ich auf deutsch habe, auf englisch beschrieben werden. Bei der Menge an Tiles ist es nicht mehr einfach, den richtigen zu finden. Wenn ich die App allerdings auf deutsch einstelle, ist das Problem genau anders herum.
2. Die Gegenstandskarten sollten alphabetisch geordnet sein. Wenn ich jetzt einen Gegenstand heraussuchen muss, weiss ich nicht automatisch, ob dieser Gegenstand in deutsch oder in englisch vorrätig ist. Insofern gibt es hier auch eine ziemliche Sucherei.

Insgesamt komme ich damit klar, aber dadurch kann ich auch extrem gut nachvollziehen, dass das mischen von deutschen und englischen Inhalten zu einem Qualitätsverlust beim Spielspaß führen kann. Insofern kann ich diese Aufregung gut nachvollziehen.

Gruß,
Kasi

Warlock76
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Re: Spiel wird nicht mehr weiter über Asmodee vertrieben!

Beitrag von Warlock76 » Mi 17. Apr 2019, 15:10

Da kann man eigendlich nur froh sein, das Ihr seit 2015 noch übersetzt. Ich hätte nicht gedacht das IA so schlecht läuft.

Für Leute wie mich, die nur in Deutsch spielen wollen und können sind solche Entscheidungen aber sehr hart. Ich kann nur hoffen das Ihr selten so eine Entscheidung treffen müsst.


Ich bin euch auch dankbar, dass ihr sobald ihr könnt, auch reagiert und uns aufklärt. Klar wünscht man sich schneller eine Reaktion. Wie ihr aber immer sagt, gibt es die erst wenn es verbindlich ist.


Bei Sword & Sorcery kann ich es aus heutiger Sicht nachvollziehen, dass die Helden nicht mehr in Deutsch erscheinen. Klar fühlt man sich etwas im Stich gelassen, aber ändern kann man es ja auch nicht. Da bin ich froh das die Erweiterungen, wo es wirklich um die Texte geht, übersetzt werden. Für mich als Sammelspieler stellt sich dann die Frage wie ich die englischen Karten dann ins Spiel bekomme (hier ist ja dann auch das Problem das die Runen nicht die gleichen sind usw. Ich hab schon angefangen diese mir Farbe überzumalen).

R8tzi
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Re: Spiel wird nicht mehr weiter über Asmodee vertrieben!

Beitrag von R8tzi » Mi 17. Apr 2019, 15:38

Danke Sirene für Deine Nachricht. Diese ist auch sehr wichtig.

Vielleicht wurde auch durch andere Produkte IA das Wasser etwas abgegraben. Klar ist natürlich, dass Ihr als Unternehmen selbstverständlich auf Wirtschaftlichkeit achten müsst. Danke auch, dass Ihr so viele IA-Produkte in Deutsch rausgebracht habt.

An mir solls nicht liegen, habe ALLE auf Deutsch ;) und würde wohl bei einem solchen Spiel keine englischen Produkte kaufen. Ich kann zwar etwas englisch und meine Partnerin auch (wesentlich besser als ich) aber wir haben mal versucht das Tutorial bei der IA-App flüssig zu spielen. Das war echt schwierig. Es sind zum Teil so viele Fachbegriffe enthalten, dass wir immer nachschlagen mussten (trotz dass wir die "Papier-Grundspiel-Kampagne" mit Freunden auf Deutsch schon gespielt hatten und ich definitiv regelfest bin). Das hat selbst mir den Spielspaß geraubt und wir haben aufgehört.

Vielleicht hätte eine wesentlich zeitnahere deutsche App-Übersetzung beim Absatz geholfen. Da muss man mit FFG in Zukunft eine bessere Lösung ausarbeiten.

Wirklich großen DANK auch, dass Ihr die bisherigen Appinhalte noch übersetzt! Ich hätte sonst definitiv kein Spiel in die Richtung hin mehr von Euch gekauft. Hoffe für die Zukunft, dass Ihr bei der Übersetzung möglichst weit gehen könnt und immer einen "sauberen Abschluss" findet.

Zudem sehe ich die Entwicklung der heutigen Spiele kritisch. Also der Weg wohin viele Spiele gehen. Mögen zwar Vorteile besitzen, wie z. B. der Verwaltungsaufwand wird reduziert aber auch Nachteile. Warum boomen wohl Brettspiele? M. E. deshalb weil man zum Teil weg will von den Bildschirmen - die digitalisierte Arbeitswelt reicht..

Hoffe konnte mich verständlich ausdrücken.


PS: jetzt wird wohl die deutsche App-Übersetzung beim Absatz auch nicht mehr viel reißen, wo klar ist, dass nichts mehr auf deutsch nachproduziert wird. Sehr schade.
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Re: Spiel wird nicht mehr weiter über Asmodee vertrieben!

Beitrag von Beckikaze » Mi 17. Apr 2019, 19:49

Ich danke auch für die Stellungnahme. Sollten in Zukunft noch Titel aus dem Hause FFG erscheinen, die mich zum Kauf verleiten, werde ich dennoch zukünftig auf die englischen Versionen setzen.

Noch eine Klarstellung: Das WoW Beispiel passt perfekt. Burning Crusade wurde nicht mehr übersetzt damals und danach lief die Lizenz aus.
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