SPIEL 2017 - Messe Essen

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Gezeitenfürst
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Re: SPIEL 2017 - Messe Essen

Beitrag von Gezeitenfürst » Fr 3. Nov 2017, 09:00

Ich finde die Preise allgemein in letzter Zeit auf der Messe nicht mehr feierlich. Es gab mal ne Zeit, da hat man Bundles verkauft. Grundspiel + 2 Erweiterungen mit Rabatt. Dieses Jahr? Nix davon.

Und natürlich so Sprüche wie "bei Catan handelt man nicht". Nee stimmt, man ist hochnäsig geworden.
Ich kann dumme Menschen sehen.

Hida Tetsuo
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Re: SPIEL 2017 - Messe Essen

Beitrag von Hida Tetsuo » Fr 3. Nov 2017, 12:49

Warum sollten die Aussteller ihre Produkte verrammschen?
Die Produktionskosten und die Preise für Ausstellerflächen sind mit Sicherheit nicht gesunken.

Gerade Neuheiten sollten auf keinen Fall günstiger sein, als im regulären Handel.

Jedenfalls ist die Messe über die letzten Jahren nicht mehr sonderlich geeignet sich haufenweise Schnäppchen zu ergattern.
Bundles sind okay, aber meist spart man dabei auch nur noch 5-10 Euro. Und das ist in meinen Augen okay.

Da hat halt jeder seine eigene Sichtweise. ;-)
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LInsoDeTeh
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Re: SPIEL 2017 - Messe Essen

Beitrag von LInsoDeTeh » Fr 3. Nov 2017, 17:13

Es gibt ja auch noch andere Lösungen. Bei Portal Games zum Beispiel hattest du reguläre Preise im Verkauf, hast aber z.B. nach dem Testspielen einen 5€-Rabattgutschein für das Spiel bekommen. Ich denke, das ist eine intelligente Weise, Spiele für die echten Fans (die sowieso hunderte Euros dort lassen ;) ) zur Messe günstiger anzubieten, ohne in die von Thanatos angesprochene Problematik zu kommen, irgendwo einen niedrigen Preis ausschildern zu müssen.

Bezüglich Produktionspreisen denke ich, dass da schon noch ordentlich Marge drin ist. Ich bezweifle, dass ein Spiel wie New Angeles 62€ kosten muss.
Ich denke, die Preise der großen Verlage haben sich seit dem Kickstarter-Boom der letzten 2-3 Jahre einfach den Kickstarter-Preisen angepasst. Die sind aufgrund der geringeren Auflage und "Professionalität" (zumindest anfangs, bevor es zu einem Geschäftsmodell wurde) natürlich erstmal höher gewesen, aber auch die großen Verlage haben spitz gekriegt, dass die Leute bereit sind, diese Preise für Spiele zu bezahlen, also kann man da einfach erhöhen. Angebot und Nachfrage! Kein Vorwurf an irgendjemanden.

Dieser Theorie folgend wundert es mich nicht sonderlich, dass die Preise für Brettspiele über 2 Jahre um ~20% angestiegen sind (55€ statt 45€ z.B.)

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Troi McLure
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Re: SPIEL 2017 - Messe Essen

Beitrag von Troi McLure » Fr 3. Nov 2017, 17:43

LInsoDeTeh hat geschrieben:
Fr 3. Nov 2017, 17:13
Bei Portal Games zum Beispiel hattest du reguläre Preise im Verkauf, hast aber z.B. nach dem Testspielen einen 5€-Rabattgutschein für das Spiel bekommen.
Damit will man aber eher neue Kunden gewinnen, die das Spiel eben noch nicht kennen und überzeugt werden wollen. Der Hardcore-Fan, der nur deswegen zum Stand kommt, muss durch ein Angebot nicht gelockt werden. Der will doch eh schon kaufen.
LInsoDeTeh hat geschrieben:
Fr 3. Nov 2017, 17:13
Bezüglich Produktionspreisen denke ich, dass da schon noch ordentlich Marge drin ist. Ich bezweifle, dass ein Spiel wie New Angeles 62€ kosten muss.
Das liegt aber hauptsächlich daran, dass die chinesichen Arbeiter mittlerweile keine (oder zumindest nicht mehr so extreme) Hungerlöhne bekommen, was ich absolut begrüße. Wenn es nur Brettspiele wären, die in den letzten Jahren teurer geworden sind, wäre es sicherlich eine Möglichkeit. Aber es ist alles in den letzten Jahren teurer geworden. Suche mal eine Bäckerei, die Dir ein Brötchen für 30 Cent verkaufen kann. Viel Glück. :mrgreen:

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Re: SPIEL 2017 - Messe Essen

Beitrag von LInsoDeTeh » Fr 3. Nov 2017, 17:56

Natürlich wird alles teurer. Die Inflationsraten der letzten drei Jahre in Deutschland lagen aber zusammen addiert bei nicht einmal 3%. Ich denke, dass Brettspiele da mit ihren ~20% im selben Zeitraum schon außerordentlich zugelegt haben. Dass Kickstarter seit 2015 für Gründer außerhalb der USA zugänglich ist und es seitdem fast jeden Tag neue Brettspielprojekte dort gibt, erscheint mir eine sehr plausible Begründung dafür, der Erfolg der Plattform ist ja in dieser speziellen Community nicht von der Hand zu weisen.
Zudem produzieren nicht alle Verlage in China, es gibt auch etliche Fabriken in Europa, z.B. Tschechien. Klar ist das schön, wenn Leute ordentlich bezahlt werden, dennoch glaube ich nicht an eine Teuerungsrate von 20% bei allen Brettspielfabriken der Welt.

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Re: SPIEL 2017 - Messe Essen

Beitrag von Thanatos » Fr 3. Nov 2017, 20:23

Du kannst ja glauben, was Du magst, aber die Teuerungsraten kommen schon hin.

Inflationsraten werden ja für den Standardwarenkorb berechnet. Für die Preise von Brettspielen sind Transport, Energie und Lohnkosten aber maßgeblich. Da liegt die Teuerungsrate weit über deinen kommunzierten 3%. Zudem werden die Brettspiele auch immer aufwendiger. Das schlägt sich auch in den Produktionskosten nieder.

Generell kann man davon ausgehen, das 1 € Produktionskosten sich zu 4€ UVP "aufblasen"

New Angeles für 62€? Ziehe erstmal 19% MWST ab. Bleiben rund 50€. Also wird New Angeles ca. 12,50€ in der Produktion kosten dürfen. Halbwegs realistisch, möchte ich meinen ...
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Re: SPIEL 2017 - Messe Essen

Beitrag von LInsoDeTeh » Sa 4. Nov 2017, 07:41

Deswegen habe ich ja gerade als Beispiel New Angeles angebracht. Das Spiel ist ja nun gar nicht aufwändig -entgegen des genannten Trends-. Ein Spiel mit dieser Menge Material hätte vor drei Jahren vielleicht 45€ gekostet.
Und die Umrechnung "mal vier" oder "durch vier" ändert doch nichts an dem Argument. Wenn es 12,50€ in der Produktion kostet, hat es vor drei Jahren 9,50€ gekostet. Vielleicht kannst du da ja detaillierteren Einblick geben: Woher kommt diese große Diskrepanz in so kurzem Zeitraum?
Ich will hier ja auch gar keinen Verlag kritisieren -ich denke das habe ich ausreichend herausgestellt-, für mich ist das ein stinknormales marktwirtschaftliches Phänomen, das ganze aber allein auf gestiegene Produktionskosten zu schieben, ist mir etwas zu einfach.

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Re: SPIEL 2017 - Messe Essen

Beitrag von Harry2017 » Sa 4. Nov 2017, 09:31

Ich glaube es lag an dem Erfolg von Zombicide und das man für eine Materialschlacht nun auch um die 80€ im Retail verlangen kann...Davor habe ich für Descent 2 im Deal von einem Spielehändler 32€ bezahlt und 39€ war der Strassenpreis - Heute undenkbar...

...rückblickend war das damals alles aber auch extrem günstig für das Gebotene - Tzolkin 25€, Maus und Mystik 31€ uswuswusw - Was ich damals gezahlt hatte, halte ich heute für echt verrückte Preise :D

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Re: SPIEL 2017 - Messe Essen

Beitrag von Jon Snow » Sa 4. Nov 2017, 12:43

Descent 2 für 32??? :o
Wo war ich da bitte :D

Aber es stimmt für Zombicide etc zahlt man im Laden auch schon einiges mitlerweile. Für mein Descent hab ich glaub ich 56 gezahlt. Aber klar die Preise steigen natürlich an, wobei ich bei vielen Spielen es auch gerne bereit bin zu zahlen, wenn denn sonst alles passt. Aber generell ist es natürlich auf die dauer dann auch zu viel wenn man für jedes Spiel auf einmal 5-10 Euro mehr zahlt.
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Re: SPIEL 2017 - Messe Essen

Beitrag von Thanatos » Sa 4. Nov 2017, 13:50

LInsoDeTeh hat geschrieben:
Sa 4. Nov 2017, 07:41
Deswegen habe ich ja gerade als Beispiel New Angeles angebracht. Das Spiel ist ja nun gar nicht aufwändig -entgegen des genannten Trends-. Ein Spiel mit dieser Menge Material hätte vor drei Jahren vielleicht 45€ gekostet.
Und die Umrechnung "mal vier" oder "durch vier" ändert doch nichts an dem Argument. Wenn es 12,50€ in der Produktion kostet, hat es vor drei Jahren 9,50€ gekostet. Vielleicht kannst du da ja detaillierteren Einblick geben: Woher kommt diese große Diskrepanz in so kurzem Zeitraum?
Ich will hier ja auch gar keinen Verlag kritisieren -ich denke das habe ich ausreichend herausgestellt-, für mich ist das ein stinknormales marktwirtschaftliches Phänomen, das ganze aber allein auf gestiegene Produktionskosten zu schieben, ist mir etwas zu einfach.
1. Die Produktionskosten in China sind, bedingt durch die besseren Bedingungen und Bezahlung der dortigen Arbeiter, überproportional gestiegen. Das hat die Preise stark erhöht

2. Deutschland war, was Spiele angeht, ein Preisschlaraffenland. In Frankreich z.B. waren Spiele schon immer hochpreisiger. Das passt sich langsam an, auch, weil Asmodee aus Frankreich kommen und wohl nur wenig begeistert sind, das sie mit demselben Produkt in Deutschland weniger verdienen solen als in Frankreich

3. Die MWST-Gap. Wir vergleichen Preise oft mit den USA und argumentieren, das die SPiele dort streckenweise günstiger sind. Das liegt aber zu einem großen Teil daran, das in den USA Preise immer netto angegeben werden und die lokale MWST noch oben drauf kommt. Nun ist die MWST in Deutscland mit 19% relativ hoch und schon immer mit angegeben. Von der MWST hat aber weder Händler noch Verlag was von. Korrekterweise müsste man bei deutschen Preis 19% abziehen und dann vergleichen. Um also vergleichbare Margen zu erreichen, sind die Verlage gezwungen, die Preise zu erhöhen.

Alles keine tollen Argumente für den Endverbraucher, aber leider unveränderliche Tatsachen.
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