wie versprochen: erster Erfahrungsbericht

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WarFred
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wie versprochen: erster Erfahrungsbericht

Beitrag von WarFred »

So, wie auf der Spiel versprochen jetzt - etwas verspätet - mein erster Eindruck von dem Spiel (warum sieht man auch jetzt noch keine Ankündigung zum Spiel auf der FFG-Seite?). Wir haben DUST am letzten Samstag zu fünft und zum ersten Mal gespielt.

Hintergrund:
Der Hintergrund ist ziemlich "strange": nachdem die Nazis im zweiten Weltkrieg ihre Expedition Schwabenland in die Arktis geschickt haben (was im übrigen tatsächlich passiert ist), um dort nach Aliens und deren Artefakten zu suchen, haben sie in DUST (entgegen der Realität) diesmal Erfolg gehabt und man versucht (neben der Übernahme der Weltherrschaft) die Kontrolle über außergewöhnliche Energieknoten zu erlangen, die im übrigen auch der Grund waren, warum die Aliens überhaupt zur Erde gekommen sind. Hierbei kann man sich diverser technischer Mittel bedienen und so kann man neben popeligen Panzern z.B. auch Mechs bauen oder obskure Spezialfertigkeiten einsetzen.

Das Spiel:
DUST erinnert mich ein wenig an Axis&Allies, spielt sich aber durchaus anders. Jeder Spieler zieht zunächst Karten, die Aufschluss darüber geben, wie oft man in einer Spielrunde angreifen, sich bewegen und wieviel man bauen darf. Zusätzlich hat jede Karte noch eine einzigartige Sonderfähigkeit, die man meist einmalig in seiner Runde einsetzen darf (z.B. Würfe erneut würfeln, Einheiten heilen, Gegner automatisch vertreiben, etc.). Zusätzlich bestimmen diese Karten die Zugreihenfolge. Zu Beginn einer Runde erwirbt man zunächst neue Einheiten (die Anzahl ist abhängig von den Produktionsgebäuden - jedes muss übrigens durch einen eingenommenen Energieknoten versorgt werden, sonst liefert es keine zusätzlichen Produktionspunkte (PP) - der Anzahl Hauptstädte, die man besitzt (zu Beginn natürlich erstmal nur seine eigene) und dem Produktionswert auf der gespielten Karte. Einheiten kosten unterschiedlich viele PP (ein Panzer z.B. 2 PP, ein Mech 5, etc.), so dass man selbst entscheiden kann, wie man seine Streitmacht aufstellen will. Anschließend bewegt man seine Einheiten auf dem Spielfeld und da kommt schon die erste Besonderheit: man ist in seiner Bewegung nur sehr geringfügig begrenzt - man kann sich über Land soweit mit einer Armee bewegen (und zwar für 1 Bewegungspunkt!), wie man durch eigene oder unbesetzte Gebiete ziehen kann und das könnte z.B. von Frankreich bis nach Sibirien sein. Die Bewegung von Küste zu Küste erfolgt ebenso (also über eigenbesetzte und freie Wassergebiete) und die Seebewegung schließt sich dem an.

Wenn man dann seine Bewegung beendet hat (man kann NICHT in feindliche Gebiete ziehen, sondern muss davor stehen bleiben!), kommt die Kampfphase: man kann jede benachbarte Zone angreifen (Landeinheiten und Lufteinheiten nur auf Land, Wasser nur auf Wasser - außer Spezialangriff von UBooten) und muss dafür festlegen, mit wieviel Einheiten man "einmarschieren" möchte.
Zu beachten ist, dass es keine Gebietsmarker gibt, die angeben, wem ein bestimmtes Gebiet gehört, so dass man, will man im Besitz dieses Landes bleiben, mind. 1 Einheit dort belassen muss!
Kämpfe erfolgen grds. nach dem Prinzip "Sieg oder Blut am Pfosten" ;), d.h. entweder solange, bis eine Seite komplett aufgerieben oder geflohen ist (man kann grds. nach jeder Kampfrunde versuchen mit der Hälfte (aufgerundet) seiner Einheiten zu fliehen (sowohl Angreifer als auch Verteidiger haben die Möglichkeit!). Wer einen Kampf anfängt entscheidet der Wert "Tactical Supremacy" (taktische Überlegenheit), über die nur wenige Einheiten verfügen, bei Unentschieden fängt der Verteidiger an.
Wenn der Kampf dann entschieden ist, gehört die umkämpfte Zone dann dem Sieger. Heiß umkämpft sind logischerweise die o.g. Energieknoten, Zonen mit Produktionsstätten und später auch Hauptstädte (die allerdings mit mordsmäßig vielen Einheiten anzugreifen sind, da sie auch ohne Truppenverbände als Bewachung einen starken Verteidigungswert haben!).
Treffer werden wie folgt ermittelt: jede Einheit hat einen Kampfwert, der gleichzeitig angibt, wieviel Würfel die Einheit werfen darf. Dann addiert man alle Würfel der jeweiligen Armee zusammen und würfelt (jeder Würfel hat 4 Leer- und 2 Trefferseiten). Jeder Treffer stellt dann den Verlust einer Einheit dar. Hierbei darf derjenige, der gewürfelt hat(!) entscheiden, was an Verlusten entfernt wird, allerdings dürfen Mechs erst entfernt werden, wenn alle Panzer der gegnerischen Armee entfernt wurden (Panzer dienen halt als Mechsupport) und für Jäger und Bomber gilt das gleiche.

Wenn man nun alle Kämpfe in seiner Runde durchgeführt hat (Beschränkung der Karte muss beachtet werden), dann ist der nächste Spieler dran. Wenn alle Spieler einmal dran waren, werden noch die Siegpunkte gezählt (man bekommt für jeden Energieknoten einen Punkt, für jede Hauptstadt, die man besitzt einen Punkt und für Überlegenheiten (wenn mann die meisten Produktionsgebäude, Landzonen und Seezonen besitzt - jeweils 1 Siegpunkt) und schon gehts in die nächste Spielrunde.

Wenn eine vorher definierte Anzahl Siegpunkte erreicht ist, endet das Spiel.

FAZIT:
DUST ist ein trotz taktischer Tiefe kurzweiliges Strategiespiel, bei dem es nicht nur darum geht, lediglich um sich zu schlagen (obwohl man auch nicht zu lange mit Expansion warten sollte, denn sonst ist das Spiel vorbei bevor man seine Armeen mal richtig eingesetzt hat - durchschnittlich dauert ein Spiel so zwischen 4 - 7 Runden), sondern halt auch um Ressourcenmanagement (im kleinen Rahmen).

Uns hat das Spiel sehr gut gefallen und gerade die Spezialfähigkeiten und die Bewegungs- und Kampfeinschränkungen verleihen dem Spiel einen interessanten Aspekt.

So, ich hoffe, ich habe nichts wichtiges vergessen... Falls noch Fragen bestehen: einfach her damit! ;)
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Kidoh
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Re: wie versprochen: erster Erfahrungsbericht

Beitrag von Kidoh »

Cool, Danke für deinen Spielebericht von Dust! :) Den habe ich irgendwie jetzt erst gefunden.
Was mich interessieren würde ist, wie stark glücksabhängig das Spiel ist? Nach dem was du schreibst, scheint man ja sehr auf die Karten angewiesen zu sein. Ist das deshalb dann schon manchmal so, dass man etwas tun möchte und es nicht kann, weil einem die richtigen Karten dazu fehlen?
Wie schätzt du mittlerweile den Wiederspielwert des Spiels ein?
Und dann würde mich noch interessieren ob es eine Möglichkeit gibt das Spiel im Team zu spielen, oder wird es grundsätzlich immer jeder gegen jeder Schlachten geben?
Danke!
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Stefan
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Re: wie versprochen: erster Erfahrungsbericht

Beitrag von Stefan »

So wie das für mich klingt, sind die Karten weniger das Problem (etwa so wie SCTBG) sondern die Würfel.
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Re: wie versprochen: erster Erfahrungsbericht

Beitrag von Kidoh »

Stimmt, das wäre auch noch interessant, inwieweit man die Würfel beeinflussen kann.
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WarFred
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Re: wie versprochen: erster Erfahrungsbericht

Beitrag von WarFred »

Sorry, hatte die Frage nicht gesehen:

man kann mit einigen Karten (z.B. Raketentruppen oder Sigrid) tatsächlich ausgewählte oder alle Würfel erneut würfeln.

Die Kartenfähigkeit ansich ist meist schon sehr mächtig, allerdings durch die Tatsache beschränkt, dass man a) ja erstmal die notwendige Karte auf der Hand haben muss und b) diese meist nur ein einziges Mal während seines Spielzuges einsetzen kann.
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Re: wie versprochen: erster Erfahrungsbericht

Beitrag von Kidoh »

Ich will mehr Erfahrungsberichte von dem Spiel lesen! :D
Bitte schreibt über eure erste Dust-Partien, würde mich brennend interessieren.
Dankeschööön.
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André
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Re: wie versprochen: erster Erfahrungsbericht

Beitrag von André »

http://www.at43-forum.de/viewtopic.php?f=36&t=1235

Unter obigem Link gibt es auch noch ein paar Erfahrungsberichte und Kommentare.
André Winter
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Kidoh
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Re: wie versprochen: erster Erfahrungsbericht

Beitrag von Kidoh »

Hmm da schreibt einer, es sei ein bissel wie Risiko.
Ist Dust wirklich so ein reines Glücks-Würfelspiel wie Risiko?
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WarFred
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Re: wie versprochen: erster Erfahrungsbericht

Beitrag von WarFred »

Ganz klares: Jein! :mrgreen:

Zum einen gibt es nicht - wie in Risiko - diese sinnbefreite Maximalangreifer-Regelung und zum anderen geben die (Initiative-)Karten tiefere taktische Möglichkeiten!
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diefettekatze
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Re: wie versprochen: erster Erfahrungsbericht

Beitrag von diefettekatze »

Hallo, ich habe gestern meine erste 4 Spieler Partie und es hat richtig Spaß gemacht *G* (Obwohl ich gleich zu Beginn chancenlos in die Steinzeit gebombt wurde......)
Bei Dust kommt "Glück" natürlich zum Tragen, ich hatte z.b. Pech mit den Karten, hatte viele mit niedrigen Kampfpunkten und war so immer spät in der Reihenfolge drann. Ab der 5 Runde hab ich viele Fabriken & Energiepunkte verloren bevor ich irgendwas aufbauen konnte, und stand plötzlich mit 6 Produktionspunkten da :shock:
Auf der anderen Seite hab ich auch früh gleich 3 Spieler verärgert, hätte mir denken können das des nicht gut ausgeht.......

Mit den Würfeln find ich gar nicht so extrem, obwohl es wirklich vorkommt das 10 WÜrfel mal ne Leerseite zeigen :|


Und zu den Karten, wirklich schlechte gibt es nicht, und in bestimmten Situation können einige verdammt gut kommen :) ein Mechdrop mit 11 Mechs hat das spiel fast noch einmal rumgerissen
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