Gute Charaktere und Decks fürs Solo-Spiel

Kombos, Strategien, mutige Spinnerein ... alles was zu einem spannenden und spaßigen Deckbau für das Arkham Horror LCG gehört, kann hier rein.
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DerSebomat
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Gute Charaktere und Decks fürs Solo-Spiel

Beitrag von DerSebomat » Di 1. Aug 2017, 20:08

Wie schauts denn bei euch so aus? Spielt ihr immer mit Anderen oder auch mal alleine? Nachdem ich nicht permanent Mitspieler um mich rum habe und generell nicht so viele Spieler in meinem Freundeskreis habe, zocke ich sehr gerne auch mal ne Runde allein. Dabei habe ich schnell festgestellt, dass ich mit Charakteren, die einen niedrigen Angriffswert haben, nicht so wirklich klar komme. Was soll man auch schon machen, wenn ein Gegner vor einem auftaucht, man selbst aber eher aufs Suchen von Hinweisen spezialisiert ist? Ich mein, ich spiele doch nicht einen Sucher und mache ihn dann fit fürs Kämpfen - das führt doch irgendwie das ganze RPG-Prinzip ab absurdum.

So bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass für mich im Solospiel nur Wächter (Blau) und Schurken (Grün) in Frage kommen, denn nur diese haben (relativ) hohe Angriffswerte. Bei den Überlebenden (Rot) wäre "Ashcan" Pete vielleicht noch ok, weil der ja von Anfang an Duke im Spiel hat. Und bei den Mystikern (Lila) würde Jim vielleicht noch gehen. Die Sucher (Orange) fallen dabei für mich irgendwie komplett raus.

Roland Banks ist für mich der ultimative Solo-Charakter. Eigentlich ist er ja Wächter (weil guter Angriff) und Sucher (wegen dem Hinweis-Bonus) in einem.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Solo-Spiel? Seht ihr das ähnlich oder seid ihr wirklich mit allen Charakteren im Solo-Spiel gut durchgekommen? In einem anderen Forum (ich glaub es war englischsprachig und ich habe keine genaue Quelle mehr) schrieben ein paar, dass sie mit ALLEN Charakteren problemlos solo durch die Szenarien gekommen sind. Da dachte ich mir dann schon oookkkeeeeeyyyy!? Vielleicht mache ich ja auch grundsätzliches beim Deckbau falsch - bin noch nicht sooo lange in der Deckbauszene am Start. 2 Wochen erst, um genau zu sein. ;)
Seht ihr AH LCG definitiv als Coop-Spiel und findet, dass es einfach auf mindestens 2 Spieler ausgelegt ist oder nehmt ihr das Spiel auch im Einspielermodus "ernst"?

Scimi
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Re: Gute Charaktere und Decks fürs Solo-Spiel

Beitrag von Scimi » Di 1. Aug 2017, 21:15

Ich habe keine riesigen Erfahrungen mit dem Solospiel, aber da Rex und Daisy zu meinen Lieblingscharakteren gehören, kann ich sagen, dass beide allein eigentlich ganz gut funktionieren. Was im Solospiel halt überhaupt nicht geht: Sein Deck überspezialisieren. Im Zweifelsfall muss der Ermittler mit jeder Situation fertig werden, die im Szenario auftaucht. Man muss sich überlegen, wie man mit Gegnern, Schaden, Hinweisen und Proben aller Art fertig werden kann.

Das hier ist ein Grundset-Deck, das ich fast immer als Basis für Solo-Daisy genommen habe und mit dem ich eigentlich immer ganz gut zurecht gekommen bin. Stark im Ermitteln, gute Deckkontrolle, im Notfall Zauber gegen Gegner - läuft.

Man sollte halt nicht jeden Ermittler auf dieselbe Weise spielen, sondern das Spiel ihren Stärken und Schwächen anpassen. Mit Seekern macht es Sinn, so schnell wie möglich durch das Szenario zu flitzen und alle Hinweise aufzusaugen. Gegner am besten mit den stärksten Effekten wegklatschen oder ihnen ausweichen und sich möglichst aufs Ermitteln zu konzentrieren und das Szenendeck vorwärtspeitschen. Dieses Tempo kann sich manchmal ein wenig unbefriedigend anfühlen, aber wenn man dem Szenario Zeit lässt, seine ganzen Effekte und Gegner auszupacken, ist es zu spät und dann fehlen einem die Karten, damit zurecht zu kommen.

zwaem
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Re: Gute Charaktere und Decks fürs Solo-Spiel

Beitrag von zwaem » Mi 2. Aug 2017, 06:58

Vor einem ähnlichen Problem stand ich auch. Solo mit nur einem Ermittler schien einfach zu schwach und demotivierend. Aus diesem Grund hatte ich mich entschieden wenn ich alleine spiele, zweihändig zu spielen. D.h. ich verwende einfach zwei Ermittler.

Einziger Wermutstropfen: Das Schlüsselwort "Wagnis" auf Begegnungskarten verliert natürlich seine Stärke. :lol:

HeartofFaramir
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Re: Gute Charaktere und Decks fürs Solo-Spiel

Beitrag von HeartofFaramir » Mi 2. Aug 2017, 09:08

Ich habe ewig nur Gloomhaven gespielt und habe mich jetzt "gezwungen" das Spiel mal beseite zu packen, um endlich mal AH zu spielen.Die Karten habe ich gesammelt und wollte nun mal loslegen. Ich spiele fast ausschließlich solo (lediglich das HdR LCG spielt meine Frau mit) und hab nun AH mal mit einem mal mit zwei Ermittlern probiert. Aber so wirklich glücklich bin ich noch nicht, denn die wenigen bislang erhältlichen Karten lassen im Grunde kaum Deckbau zu. Vielleicht bin ich auch von HdR verwöhnt, denn da besitze ich den gesamten Kartenpool und da sind die Möglichkeiten zum Deckbau (fast) unendlich und man kann im Grunde alle Ideen erfolgreich umsetzen. Mit den wenigen Karten, die es in AH derzeit pro Charakterklasse gibt ist jedenfalls nicht viel zu machen. Und die Deckbaueinschränkungen gibt es so in HdR nicht und dort gibt es genug Möglichkeiten, auch Karten anderer Sphären zu spielen und so Decks um bestimmte Synergien zu bauen. Zwar können manche Ermittler Karten anderer Klassen nutzen aber idR können sie Karten einer anderen Klasse nur bis Stufe 2 nutzen. Damit fallen viele Möglichkeiten weg auch einzelne Karten zu verbessern. Z.B. können Sucher mit der gefundenen Lösung schöne Verbesserungen spielen (die auch mit der Vorratskiste der Schurken aufgestockt werden können). Aber wenn bei Stufe 2 Schluß ist geht das für andre Klassen schon mal gar nicht. Man wird wohl noch eine Weile warten müssen bis auch bei AH "echter" Deckbau möglich ist. Und natürlich wird es irgendwann auch Karten geben, die bestehende Beschränkungen aufheben.

Tatsächlich bin ich sogar am überlegen, ob ich mein AH nicht wieder verkaufe. Denn natürlich will FFG mit AH wieder viel Geld verdienen und ich weiß nicht ob ich noch einmal solange warten will bis ich soviel zusammen hab dass ich auch für AH "richtige" Decks bauen kann. Vielleicht ist das auch Geschmackssache. Manche finden vielleicht die vielen Optionen bei HdR langweilig und wollen mehr Herausforderung. Ich habe schnell gemerkt, dass "Spezialisierungen" in AH nicht möglich sind. Also: einer haut die Monster weg und der andere generiert Hinweise funktioniert nicht. Und das alles führt natürlich dazu, dass man pro Klasse um so mehr Karten braucht, um allen Anforderungen gerecht zu werden und innerhalb der Klasse echte Synergieeffekte zu bekommen. Für Daisy Walker gibt es z.B. kaum Bücher, um die man ein schlagkräftiges Deck bauen könnte. Das ist alles noch Stückwerk. Deshalb glaube ich, dass die Möglichkeit für anspruchsvollen Deckbau, was für mich ein Hauptanreiz eines LCG ist, so schnell noch nicht möglich sein wird.

TobiWan
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Re: Gute Charaktere und Decks fürs Solo-Spiel

Beitrag von TobiWan » Di 15. Aug 2017, 20:29

Hiho,

ich glaube da muss man auch berücksichtigen, dass Arkham gerademal den ersten Zyklus vollständig hat. Denke ich an hdr vor Khazad zurück, war die Auswahl jetzt auch nicht gerade üppig.

Allgemein finde ich das Arkham aber einen besseren und anspruchsvolleren Weg beim Deckbau geht als hdr, gerade dadurch, dass Überspezialisierung nicht belohnt wird und das sich ein Deck über 8 Partien entwickelt. Am Beispiel von Daisy, 3 Bücher je in doppelter Ausführung und zweimal der (ich glaube) Bibliothekar machen schon fast ein drittel ihres Decks aus. Weniger macht selten Sinn, denn das ist nun mal ihr Spezialgebiet. Dann muss sie sich noch wehren können, Tests bestehen und aus ihrem abartig hohen Wert beim Ermitteln noch viel machen. Jetzt kommt es auch noch auf die anderen Charaktere an, denn evtl muss sie die Mystiker Rolle mit abdecken und die wertvollen Support Karten mit rein nehmen. Spätestens ab der 2. Partie muss man dann zusätzlich anfangen zu planen wie man die xp versenkt.

Hdr hingegen lief vereinfacht gesagt letztlich immer auf "ich haue du questest" hinaus. Dann hat man ein Abenteuer gespielt und entweder gewonnen, oder verloren. Im zweiten Fall überlegte man kurz lag es am Deck oder am Glück und hat evtl angepasst oder nochmal probiert. Jetzt Decks zu bauen die über 8 Spiele hinweg gut funktionieren müssen, ohne zu wissen was kommt, ist da schon eine andere Hausnummer. Das soll keine Kritik oder Abwertung von hdr sein. Ich hab nicht ohne Grund Kartons voll mit den Karten, aber persönlich empfinde ich Arkham mittlerweile als das bessere Spielsystem.

Bezüglich solo oder zweihändig spielen. Ab Carcossa gibt es einen neuen Mechanismus der dann leider gar nicht funktioniert. Da bekommen Ermittler Karten aus dem Mythosdeck auf die Hand und dürfen nicht über sie sprechen. Diese Karten schwächen die Ermittler und die anderen sehen nur das sie irgendwas ekelhaftes auf der Hand haben, wissen aber nicht was. Wenn man solo spielt oder alle Decks alleine, geht das natürlich flöten. :?

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