Edge of Empire Erfahrungsbericht Beyond the Rim

Hier der Ort, um sich über das strahlende Imperium und den Rebellenabschaum, respektive über das neue Rollenspiel von FFG auszutauschen...

Moderator: Cernusos

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Cable_IV
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Edge of Empire Erfahrungsbericht Beyond the Rim

Beitrag von Cable_IV » Do 28. Nov 2013, 01:16

Ich hatte am letzten Wochenende meine erste Sitzung als Spielleiter für Edge of Empire und als Abenteuer haben wir Beyond the Rim angefangen.
Hier meine ersten Erfahrungen zum System und zum Abenteuer.

Das System:
Idealerweise hat man schon einige Spielleitererfahrungen, denn durch das Zusammenstellen der Würfelpools und der notwendigkeit die Wüfelergebnisse zu interpretieren muss man viel improvisieren.
Die Stärke des Systems ist es, dass von dem Spielleiter eigentlich ständig verlangt wird, die Handlung mit kleinen unvorhergesehenen Ereignissen zu variieren.
Ansonsten ist das System schnell im Handling und macht viel Freude.
Gut gelungen und auch abhebend von anderen Rollenspielsystem ist, dass die Rollenspielelemente des Charakter immer wieder auch konkreten Einfluss auf die Handlungen haben können.
Insbesondere die kleinen Haken und Ösen, für die sich die Charaktere während der Charaktererschaffung entscheiden können.
Das Spielsystem ist also eine echte Perle.

Der Hintergrund:
Zu Star Wars muss man nicht viel sagen. Aber die Qualität mit der der Hintergrund aufbereitet wird ist schon sehr überzeugend. Auffällig hierbei ist, dass das Flair des Star Wars Universums wie es sich aufgrund der Gesamtheit von Romanen, Comics, Computerspielen und Filmen ergibt sehr gut eingefangen worden ist. Der Schwerpunkt der Handlung liegt beim Edge of Empire ganz klar auf Charakteren der Marke Solo oder Boba Fett, die Rebellion und die Jedi sollen ja ihr eigenes System bekommen.
Gott sei dank beschränkt sich der Hintergrund im Rollenspiel nicht auf Raumschiffe und Aliens, sondern es wird versucht allen Facetten gerecht zu werden. Dies macht die Spielleiter die Arbeit deutlich leichter und sorgt vor allen Dingen dafür, dass man nicht immer darauf wartet, dass Vader um die Ecke kommt...

Das Abenteuer:
Hier zeigt sich die Qualität des Rollenspiels.
Beyond the Rim ist in 3 Akte untergliedert, die sich drastisch voneinander unterscheiden.
Während im ersten Akt eine riesige Raumstation und das Leben auf ihr beschrieben wird, schadet es nicht, sich in Vorbereitung auf Akt II als Spielleiter Alien und Predator als Vorbereitung nochmal zu Gemüte zu führen.
Auf der Raumstation hatte ich mich für ein Flair-Mix klassischer Agentenromane der Marke John Le Carre und Deep Space Nine entschieden.
Die Raumstation auf der das Abenteuer beginnt hat unglaublich viel zu bieten und mit Hilfe der Beschriebenen Hintergründe lassen sich schnell viele Weisen denken, auf denen man als Spielleiter das Abenteuer inszeniert.
Ich freue mich schon sehr auf unsere erste Raumschlacht und den weiteren Fortgang meiner Spielrunde. Am ersten Abend haben wir Akt I weitesgehend zu Ende gespielt. Nur noch ein Kämpfchen und ein Dogfight in Space und schon wartet ein waschechter Todesplanet auf die Charaktere :-)

Ich würde mich sehr freuen, hier andere Spielerfahrungen zu lesen und bitte um Nachsicht, dass ich nicht zu sehr auf das Abenteuer Beyond the Rim eingegangen bin, aber ich möchte nicht zuviel Spoilern, da sicherlich der eine oder andere das Abenteuer noch als Spieler spielen möchte.

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Re: Edge of Empire Erfahrungsbericht Beyond the Rim

Beitrag von Cut » Do 6. Feb 2014, 12:59

Wie ging es denn weiter?

Habe heute einmal mehr den Abenteuer Band in meinem FLGS in der Hand gehabt, mir aber wieder fest vorgenommen, nicht schwach zu werden, ehe es eine deutsche Übersetzung von dem guten Stück gibt...
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Re: Edge of Empire Erfahrungsbericht Beyond the Rim

Beitrag von Cable_IV » So 23. Feb 2014, 19:06

Ich habe die Frage eben erst gesehen.
Also in aller Kürze:
Die Charaktere müssen auf einem Dschungelplaneten die Überreste des legendären Schatzschiffes finden.
Wir haben die erste Sitzung auf dem Dschungelplaneten hinter uns gebracht und ich bin sehr angetan von dem Abenteuer.
Es kam zu einer Mischung aus Predator und The Fast and the Furious...
Der Pilot der Gruppe musste ein Speeder Bike durch einen dichten Dschungel fliegen, mit hoher Geschwindigkeit, während er und sein Beifahrer von wirklich wilden Kreaturen verfolgt worden sind.
Leider kam es zu Verlusten und der Kampfdroide ging verloren.
Doch das kam mir sehr entgegen, da aufgrund der Cybertechexperimente eines der NSC's durchaus ein wenige Dr. Moreau Flair aufkommen kann.
Am Ende der ersten Planetensitzung haben die Charaktere den Eingang zu dem Hauptkörper des Schiffwracks gefunden und stehen nun einigen kybernetisch aufgemotzen Dschungelkreaturen gegenüber, die das Schiffswrack bewachen sollen.
Die Charaktere haben also auch den verloren gegangenen Kampfdroiden wiedergefunden. Er wurde mit einer Wächterkreatur verschmolzen und sobald die Charaktere den bevorstehenden Kampf überstanden haben, wird es ihnen sicherlich mit Hilfe ihres Technikers möglich sein, ihren Kampfdroiden wieder vollkommen in seine ursprüngliche Gestalt zusammen zu basteln und Gott sei dank scheint die Festplatte des Droiden nicht beschädigt worden zu sein.....

Fazit:
Das Rollenspiel und die Aufbereitung der entsprechenden Quellenbände lädt dazu ein, das Star Wars Universum in einer Weise zu erkunden, wie es die Comics, Computerspiele etc. nahe legen.
Insgesamt würde ich sagen, dass es FFG gelungen ist den Punk im Star Wars Universum von der Leine zu lassen :-)

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Re: Edge of Empire Erfahrungsbericht Beyond the Rim

Beitrag von Alandor » Mo 24. Feb 2014, 19:15

Cable_IV hat geschrieben:Insgesamt würde ich sagen, dass es FFG gelungen ist den Punk im Star Wars Universum von der Leine zu lassen :-)
Sehe ich auch so und das Abenteuer bietet soviel Möglichkeiten für Nebenplots, die man einfach nit leigen lassen will.



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Re: Edge of Empire Erfahrungsbericht Beyond the Rim

Beitrag von Cut » Mo 24. Feb 2014, 19:58

Cool - danke für die Antwort, Cable!
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Re: Edge of Empire Erfahrungsbericht Beyond the Rim

Beitrag von sternentraeumer » Di 25. Feb 2014, 22:05

Cable: Vielen Dank für diese Zusammenfassung.

Vielleicht bin ich dahingehend ein bischen zu anspruchsvoll, aber als ich dies gelesen hatte, habe ich mich gefragt... "Was um alles in der Welt hat das mit Star Wars zu tun"? :shock:

Durch den Dschungel hetzen auf der Suche nach einem alten Schiffswrack und dabei von Cyber-Monster-Kreaturen gehetzt werden??

Das ist alles, aber kein Star Wars!

Wenn ich mal den Inhalt der 6 Filme vergleiche mit einer solchen Story (die ja an sich nicht schlecht sein muss)... aber passt das zu Star Wars? :?

Ich bin bisher von dem Regelwerk und den entsprechenden Inovationen (Würfelsystem, Reichweitensystem, Abwicklung von Raumschiffkämpfen auf abstrakter Ebene, etc.) sehr angetan, sehe aber ein großes Problem darin, qualitativ guter, authentischer Star Wars-Abenteuer zu kaufen, bzw. selbst zu entwickeln.
Das Einstiegsabenteuer z.B. war ein bischen mau, hatte aber noch ein gewisses Star Wars Flair. Dafür wirkte es auf mich, wie aus Episode 4 zusammengeklaut. Das Folgeabenteuer "Der lange Arm des Hut" hat mir dann schon wieder nicht gefallen und das, was Cable oben beschrieben hat... oh je... :cry:

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Re: Edge of Empire Erfahrungsbericht Beyond the Rim

Beitrag von Cernusos » Mi 26. Feb 2014, 10:37

@sternenträumer
Ich denke du bist da wirklich zu anspruchsvoll.
Das Star Wars Universum ist weit mehr als das was nur in den Filmen vorkommt.
Wenn man in der Ära der Rebellion spielt, wird man kein episches Abenteuer spielen können in dem man
Darth Vader und den Imperator besiegt.
Auch weil man gerade "am Rande des Imperiums" spielt, sollte man damit rechnen das man
"nur" als Schmuggler oder Kopfgeldjäger in "weniger epische" Abenteuer stolpert.
Aber es bleibt immer noch Star Wars wenn man ein Alien spielt das auf einen der
SW-Planeten reist um dort seine Geschäften nachzugehen.
Der Blickwinkel ist einfach vom "Rand" aus ein anderer.
Wie ich finde, ein interesanter, neuer Blickwinkel.
Yo soy un oso

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Re: Edge of Empire Erfahrungsbericht Beyond the Rim

Beitrag von Cable_IV » Do 27. Feb 2014, 00:11

Nun ja, die Frage ist, was ist Star Wars.
Und da bin ich eher der Meinung, dass Star Wars ein Universum ohne ein richtiges oder falsches Flair ist, sondern ein Universum, dass mir zahlreiche Möglichkeiten bietet, Geschichten zu erzählen und zu erleben in denen sich Space Opera und Sience Fiction Märchen in einer Weise verbinden, wie es sonst wenig möglich ist.
Star Wars ist mehr eine Sprache, die von vielen Menschen verstanden wird, als ein bestimmtes Flair.
Und wie unsere Sprachgewohnheiten sich ändern, ändert sich für mich auch das Star Wars Universum.
Die zahlreichen Star Wars Romane und Comics geben ein gutes Beispiel dafür.
Von Agentengeschichten über Räuberballaden über Soldatenepen findet sich in den Romanen unglaublich viel, von den Comics ganz zu schweigen. In der gerade auf Deutsch erschienenen Geschichte "Der Neunte Attentäter" finden sich einige Anspielungen auf Metabarone in den Zeichnungen, ein Darth Vader, der sich mit einem seltsamen Kult konfrontiert sieht und am Ende eine überraschende Sicht auf das Imperium von Seiten des Attentäters.
Und wie Batman oder Superman oder auch Captain America immer wieder neu erfunden wurden, so gibt es eigentlich kaum eine Geschichte die nicht im Star Wars Universum erzählt werden kann.
In dem Abenteuer, von dem ich oben berichtet habe, geht es im Wesentlichen um eine Schatzsuche bzw. Bergung eines legendären Raumschiffs und alle drei Akte zusammen haben ein sehr umfangreiches Star Wars Flair.
Der Wettlauf verschiendener Fraktionen am Rande der Galaxis nach wervoller und verschollener Technik, ein imperialer Sicherheitsdienst, der involviert ist und mit Sicherheit verhindern will, dass eine solche Technik in die Hände von Abschaum oder Rebellen gerät und Schmuggler/Abschaum, der darauf aus ist ein gutes Geschäft zu machen, dass alles sind durchaus klassische Elemente im Star Wars Universum, die nicht so ohne weiteres in einem anderen Setting erzählt werden können.
Mein Erfahrungsbericht gibt nur eine mögliche Interpretation des vorgeschriebenen Abenteuers wieder, sicherlich kann man die Geschichte auch auf andere Weise erzählen. Ohne zuviel su Spoilern kann man das ganze auch als Robinson Crusoe Geschichte erzählen, in der Robinson Crusoe aber nicht entdeckt werden will, da er weiß, dass seine Entdeckung oder Rettung ihn in das Herz eines bösen Imperiums führt. In einem solchen Fall kann man den zweiten Akt durchaus mit mehr Paranoia vor einem dunklen Imperium erzählen. Weniger Action und mehr Furcht können dann das Abentuer auszeichnen. Oder man erzählt das ganze als Reise ins Herz der Finsternis und in bester Apokalypse Now Manier. Was gerade den zweiten Akt deutlich in den Mittelpunkt rückt.
Klassisch wäre ggf. die Betonung des Aspektes, dass die Charaktere dem Imperium eins auswischen wollen und dann kann der dritte Akte den Höhepunkt bilden. Das ist aber sicherlich eher möglich, wenn man sich an Charakteren wie Luke und Leia orientiert. Wenn die Gruppe von Kopfgeldjägern und Schmugglern dominiert wird, dann würde ich immer Akt 1 oder zwei betonen.
Um es zusammen zu fassen möchte ich sagen, dass mein Bericht hier ja gerade Debatten befeuern soll und das meine oft auf Action aber nicht hirnlose Kämpfe gerichtete Erzählweise von Rollenspielabenteuern nicht die einzige ist, ist mir klar.
Es müssen nicht im ersten Abenteuer, dass neue Charaktere erleben Sternenzerstörer, Cybermonster, ein Imperialer Geheimdienst und dessen Agenten, eine Raumstation am Rande der Galaxis die eine Mischung aus DS9 und Las Vegas ist vorkommen, aber ich mag das und für mich sind das auch alles Komponenten von Star Wars für Spieler, die sich enger an die Filme halten wollen, kann das durchaus zu frei sein. Aber das muss jeder selbst entscheiden und ich freue mich über jeden Bericht anderer Spielleiter, wie sie Star Wars umsetzen...

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