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Vorschlag zur Nachjustierung unausgewogener Szenarien

Verfasst: So 20. Dez 2009, 12:42
von Commissario
Kürzlich hat hier im Forum jemand auf das Punkte-Kaufsystem verwiesen, das sich ein Benutzer auf BGG ausgedacht hat http://files.boardgamegeek.com/file/dow ... _1.2.5.xls. Man könnte das sehr leicht dazu benutzen, um Szenarien nachzujustieren, die man als unausgewogen empfindet.

Kennt Ihr das Bidding, das bei Axis and Allies zwischen 2 erfahreneren Spielern gerne angewandt wird? In Analogie dazu könnte man bei ToI vorgehen:

- Man sucht sich zunächst natürlich das Szenario aus
- Dann einigt man sich darauf, (ob und) welche Seite im gegebenen Szenario zu schwach ist
- Die Kontrahenten ermitteln, wer welche Partei übernimmt, indem sie Punkte auf die schwächere Seite bieten. Wer das niedrigere Gebot für die schwächere Partei abgibt, erhält den Zuschlag, und kauft seinem Gebot entsprechend zusätzliche Einheiten.

Beispiel: Im ersten Szenario des Grundspiels ("Breaking the Line" oder so ähnlich) ist die deutsche Seite leicht benachteiligt. Die Spieler A und B geben gleichzeitig und geheim Gebote ab, indem sie die entsprechende Punkteanzahl irgendwo notieren. Spieler A bietet 45 Punkte, Spieler B 60.

A erhält folgerichtig den Zuschlag für den Deutschen und kauft (der oben verlinkten Tabelle entsprechend) beispielsweise einen Doppel-Mortar + 1 reguläre Inf (2*19 + 7 = 45 Punkte*). Er stellt die Einheiten sofort auf.

* In diesem Fall würde die Regel gebrochen, dass Squads zu Anfang immer voll besetzt sein müssen; aber was solls.

Re: Vorschlag zur Nachjustierung unausgewogener Szenarien

Verfasst: Mo 21. Dez 2009, 08:39
von WarFred
Jetzt muss ich mal ganz blöd fragen: wie hoch darf das Gebot denn sein? Ich könnte als Bieter - du hast doch keine Einschränkungen aufgezeigt, oder? - doch auch z.B. 2.000.000.000.000.000.000 Punkte bieten und die Schlacht wäre schon vorbei, oder habe ich was übersehen?

Re: Vorschlag zur Nachjustierung unausgewogener Szenarien

Verfasst: Mo 21. Dez 2009, 08:48
von Kralle
ja, du hast was übersehen.
derjenige, der WENIGER BIETET, darf die "schwächere" Seite spielen und sich die Einheiten dazukaufen.
d.h. jeder spieler muß abwägen, wieviel "verstärkung" er braucht, aber auch, wieviel der gegner wohl nehmen würde. wenn du unrealistisch hoch bietest, könnte der gegner knapp drunter bleiben. wenn du unrealistisch niedrig bietet, kommst du zum zug, kannst dir aber nicht genug verstärkung kaufen.

Re: Vorschlag zur Nachjustierung unausgewogener Szenarien

Verfasst: Mo 21. Dez 2009, 09:44
von Commissario
In der Tat. Bei Axis funktioniert das jedenfalls ausgezeichnet und ist zudem genial einfach.

Re: Vorschlag zur Nachjustierung unausgewogener Szenarien

Verfasst: Mo 21. Dez 2009, 10:40
von WarFred
Das erklärt natürlich einiges! ;) Ist halt nur ungewöhnlich, dass derjenige, das Gebot bekommt, der am wenigsten bietet, aber so wird es wenigstens klar! Danke

Re: Vorschlag zur Nachjustierung unausgewogener Szenarien

Verfasst: So 31. Jan 2010, 09:53
von marechallannes
Stimmt schon, dass es das "Bieten" gibt. Wir haben es aber noch nie angewandt.

Selten sitzen sich zwei gleich gute Spieler gegenüber.

Zudem gibt es nichts schöneres als mit unterlegenen Kräften zu gewinnen, frei nach dem Motto: Ein guter Spieler gewinnt auch mit einem schlechten Blatt.

Die künstliche Gleichmacherei nimmt meines Erachtens auch einige an Spielspaß. Ein Sieg mit einem manipulerten Blatt/Spielaufstellung ist in meinen Augen kein echter Sieg.

Da fände ich es schon besser wenn der Herausgeben des Spiels nachbessert um die Szenarien auszugleichen.

Re: Vorschlag zur Nachjustierung unausgewogener Szenarien

Verfasst: Mo 1. Feb 2010, 21:35
von Machiavelli101
Hm, es ist zwar richtig, dass selten zwei gleich gute Spieler sich gegenüber sitzen.
Aber wenn die Regeln bekannt sind, hat bei ToI in vielen Szenarien meistens der Deutsche keine Chance.
Wenn von 10 Spielen der Schwächere nur 1-2 gewinnt hat in meinen Augen das Spiel falsche Ausgangssituationen und macht somit keinen Spaß. Musterbeispiel ist für mich immer noch das erste Szenario aus der Normandy-Erweiterung.
Ich bin zwar dafür, dass die Szenarien ausgewogener gestaltet werden soll, aber die Idee mit dem Wettbieten hat schon was.
Es geht dann allerdings mehr in Fantasyschlachten. Aber dafür wird das Spiel etwas persönlicher, da man mehr direkten Einfluss hat.

Re: Vorschlag zur Nachjustierung unausgewogener Szenarien

Verfasst: Di 2. Feb 2010, 22:42
von Commissario
marechallannes hat geschrieben:Zudem gibt es nichts schöneres als mit unterlegenen Kräften zu gewinnen, frei nach dem Motto: Ein guter Spieler gewinnt auch mit einem schlechten Blatt.

Die künstliche Gleichmacherei nimmt meines Erachtens auch einige an Spielspaß. Ein Sieg mit einem manipulerten Blatt/Spielaufstellung ist in meinen Augen kein echter Sieg.
Im Ernst: Manche Szenarien könnte man bestenfalls mit sehr unwahrscheinlichem Würfelglück gewinnen. Noch extremer als das Startszenario für die 29th in Normandy ist z.B. das "Hellfire Pass"-Szenario aus DotF, in dem der Brite ein lustiges Tontaubenschießen auf ein paar Sandsackbarrierchen veranstalten darf. Allerdings besteht natürlich immernoch die Möglichkeit, dass die Szenarien Achillesversen bieten, die man erst einmal entdecken muss (wodurch sich der gewiefte Taktiker natürlich erst auszeichnet).

Bei einem Bietsystem sehe ich übrigens keine Manipulation, die mir den Spaß an einem Sieg verderben könnte - denn schließlich kann ja jeder, der es sich zutraut, auch "0" bieten und so den Zuschlag für die als schwächer erachtete Seite erhalten, die er dann unter Standardbedinungen auch spielen muss. Das alles ist ja in gegenseitigem Einvernehmen und entspricht im Ergebnis genau dem, was die Beteiligten als ausgewogen in einem gegebenen Szenario empfinden.

Wir haben das Bieten leider selbst auch noch nicht ausprobieren können (das Spiel kommt anscheinend so langsam außer Mode), aber ich bin davon überzeugt, dass es bei annähernd gleicherfahrenen Gegnern funktionieren wird.
marechallannes hat geschrieben:Da fände ich es schon besser wenn der Herausgeben des Spiels nachbessert um die Szenarien auszugleichen.
Zweifellos.