Wiederspielwert

Arkham Horror meets Descent ... hier kann darüber diskutiert und philosophiert werden.

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Hygrom
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Re: Wiederspielwert

Beitrag von Hygrom » Mo 9. Jan 2017, 15:08

Poweronoff hat geschrieben:Das Material ist ja einer der kleinsten Positionen bei den Kosten eines Brettspiels.
Im Ernst jetzt? Hätte ich nicht gedacht. Jetzt mal Minis aussen vor gelassen, müsste doch gerade das Material den Wert ausmachen.
Aber wie gesagt, ich bin nicht vom Fach. Fand das nur logisch.
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FriedelBusch
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Re: Wiederspielwert

Beitrag von FriedelBusch » Mo 9. Jan 2017, 15:16

Natürlich geht die Atmosphöre mit in die Rechnung o.O So wie viele andere Dinge. Ich kann doch den Preis eines Brettspiels nicht nur daran festmachen welche Komponenten es hat! Das wäre ungefähr ähnlich richtig wie wenn die Entwickler die Herstellungskosten für das Brettspiel auf die Komponenten reduzieren würden.

Was von dem vielen Geld bezahlt wird ist die (in meinen Augen immense) Zeit die für Idee, Entwicklung, App, etc. etc. draufgeht. Für die Tüftelei an den Mechanismen der Szenarien, Testrunden, und so weiter und so weiter.

Dieser Vergleich "die erste Edition war billiger und hatte mehr Material" hinkt einfach komplett! Ja, die erste Edition hatte mehr Material! Sie war dafür aber auch einfach zehnmal schlechter! :P Schlechtes Balancing, mickrige Stories (die man als guter SL geradeso noch irgendwie retten konnte), und und und...

Im Endeffekt stellt sich in meinen Augen also nur die Frage: Bin ich bereit für eine deutlich (!) bessere Version von VdW 30€ mehr zu zahlen? Ich für meinen Teil kann nur sagen: Ja, das bin ich! Ich bereue es auch kein bisschen. Das Spiel ist fett! Und für die Entwicklung eines solchen Spiels zahle ich auch gerne was oben drauf!

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Caerghallan
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Re: Wiederspielwert

Beitrag von Caerghallan » Mo 9. Jan 2017, 15:27

Hygrom hat geschrieben:Ich bin da vielleicht zu wenig "vom Fach".. Aber dass die "Atmosphäre" eines Brettspiels mit in den Preis fällt ist mir eigentlich neu.
Und warum ist es falsch, Brettspiel mit Brettspiel zu vergleichen?

Wieso kann ich nicht die erste Edition mit der zweiten vergleichen? Die erste war billiger und enthielt viel mehr Material als die neue Edition des selben Spiels. Wieso kann ich da nicht vergleichen und sagen dass ich nicht verstehe, warum die neue Edition fast doppelt so teuer ist, bei weniger Inhalt?

Weil das Spiel atmosphärischer ist? Bitte... :?

Der errechnet sich doch nicht wirklich aus Herstellungskosten + Atmosphäre/Spielspaß...
Es gibt ne Menge günstiger Spiele, die ne Menge SPielspaß oder Atmosphäre bieten. Die Rechnung passt nicht.

Aber wie gesagt, bin nicht vom Fach ;)
Wow, hab ich mich wirklich so bescheuert oder missverständlich ausgedrückt? Mea culpa (oder auch nicht).
DU magst vom reinen Materialwert bzw. den Herstellungskosten sprechen. In diesem Thread ging es aber um den "Wiederspielwert" und die Frage "Lohnt sich die Anschaffung...". Das kann man nicht in "Gramm Plastik" oder Anzahl von Karten messen, da muss man auch nicht "vom Fach" sein, um das zu erkennen.
Ich spreche einzig und allein von dem Wert, den ICH einem Spiel beimesse, also was ich bereit bin, dafür zu bezahlen. Und dabei spielen Materialwert und Herstellungskosten nur eine untergeordnete Rolle. Spielidee, Mechanik, Atmosphäre usw. sind da viel wichtiger. Nebenbei bemerkt kommen die auch nicht vom Himmel geflogen, sondern wurden von Spielentwicklern kreiert, haben also Arbeit verursacht, die bezahlt werden muss. Wenn du diesem Gedankengang mal folgst, müsstet du schon erkennen, warum ich Atmosphäre usw. berücksichtige, wenn ich überlege, ob es sich für mich lohnt, 80 Euro für ein Spiel auszugeben und warum ich dann schlecht Spiele wie Descent und VdW2 allein aufgrund ihres Materialwerts miteinander vergleichen kann, oder?
Wenn es dir hingegen nur um Materialkosten, Preissteigerung, Gewinnmarge usw. geht, dann muss ich gestehen, ich bin auch nicht "vom Fach", wie wohl die meisten hier und kann da nur bedingt etwas beitragen. Dann solltest du dich aber auch eher mit Herstellern unterhalten und schlau machen, wie es im Brettspielsektor zugeht, ob die Leute da reich werden o.Ä..
Den Wert der App kann man übrigens auch schwer einkalkulieren. Immerhin gewinnt das Spiel dadurch ein immenses Potential, kontinuierlich und sehr günstig (5 Euro für ein Szenario sind im Vergleich zu früher geschenkt) erweitert zu werden. Was früher also durch Extrapacks eingenommen wurde, wird nun halt auf das Grundspiel draufgeschlagen. Sobald man erstmal 3 Szenarien per App gekauft hat, hast du die ca. 30 Euro Preisdifferenz wieder drin. Jedes Szenario darüber hinaus macht das Spiel dann im Endeffekt wieder billiger als die erste Edition (geht man davon aus, dass man früher und heute alles an Zusatzmaterial haben möchte). Wenn man hier also etwas langfristiger denkt, gibt es keinen Grund, sich zu beschweren.

Der Threadersteller hat aber den Fokus nicht auf die Sinnhaftigkeit der Preiskalkulation gelegt, sondern auf die Sinnhaftigkeit der Anschaffung.
aktuelle KS-Projekte: Dark Souls 2. Welle, Deep Madness, Village Attacks, Time of Legends: Joan of Arc, Nemesis, U-Boot

Geplante Käufe: Stuffed Fables (deutsch), TI 4. Edition (deutsch)

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Re: Wiederspielwert

Beitrag von Scimi » Mo 9. Jan 2017, 15:41

Man muss gar nicht abstrakt von "Atmosphäre" sprechen, die 2. Edition hat messbar mehr Textinhalt. All die Hinweiskarten, Vorlesetexte, Kampfeffekte, Mythoskarten stecken jetzt einfach in der App. Jede Tür, jeder Hinweis in jedem Szenario haben komplett individuelle Texte. Jede Art von Monster hat ein Dutzend zu ihm passender Angriffstexte.

Klar, in der 1. Edition hatte man mehr Pappe in der Hand, aber letztlich weniger Inhalt. Mein 12-bändiges Brockhauslexikon im Schrank wiegt ja auch mehr als mein Tablet mit Wikipedia-Zugang, aber darum steht da nicht mehr drin...

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Re: Wiederspielwert

Beitrag von PaulRetro » Mo 9. Jan 2017, 16:37

Ich gebe da Caerghallan recht. Ein richtig fesselndes Spiel ist nicht in Gramm definierbar. Wenn wir auf der Straße stehen, sich der Mob in unsere Richtung bewegt und wir uns entscheiden müssen wie es weitergeht (und keiner kennt den Weg)... Dazu noch die "Geräusche" der App übers Boxensystem dazu, leicht verdunkeltes Zimmer. Einfach nur geil! Das ist Stimmung...!
Wenn ich die Mission dann mehrmals spielen kann, da sich der Aufbau und die Ermittlerkonstellation ändert - dann wären auch 100 Ocken angebracht ;)
What do you want to play?
Fortune and Glory kid, "Fortune and Glory"... :geek: :!:

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Re: Wiederspielwert

Beitrag von Elden » Mo 9. Jan 2017, 18:30

Ich persönlich finde Time Stories zu teuer. Aber es gibt genug Fans die das nicht so sehen.
Bei Time Stories komme ich bei Basis Box + 2 Erweiterungen auch auf 80€, ohne Miniaturen.
Zuletzt geändert von Elden am Di 10. Jan 2017, 20:16, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wiederspielwert

Beitrag von Samonuske » Mo 9. Jan 2017, 22:26

Als Mitentwickler diverser Apps und Software im Spielbereich, würde ich dir ja gerne wiedersprechen. Aber mir ist es die Diskussion nicht wert. :geek: Muss dir dennoch widersprechen. :D
Für Spieletreff in Ludwigshafen,meldet euch einfach bei mir !

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Re: Wiederspielwert

Beitrag von Oshikai » Di 10. Jan 2017, 11:08

Scimi hat geschrieben:Man muss gar nicht abstrakt von "Atmosphäre" sprechen, die 2. Edition hat messbar mehr Textinhalt. All die Hinweiskarten, Vorlesetexte, Kampfeffekte, Mythoskarten stecken jetzt einfach in der App. Jede Tür, jeder Hinweis in jedem Szenario haben komplett individuelle Texte. Jede Art von Monster hat ein Dutzend zu ihm passender Angriffstexte.

Klar, in der 1. Edition hatte man mehr Pappe in der Hand, aber letztlich weniger Inhalt. Mein 12-bändiges Brockhauslexikon im Schrank wiegt ja auch mehr als mein Tablet mit Wikipedia-Zugang, aber darum steht da nicht mehr drin...
Naja, mal eben in ner App bei nem Szenario nen kurzen atmosphärischen Text bei div. Orten oder Mythosphasen hinklatschen ist nicht wirklich schwer.
Und bei lediglich 4 Szenarios ist das auch viel weniger Arbeit als es auf Papier zu bringen, tausende Male auszudrucken und fein säuberlich einzupacken.
Ich schätze den Aufwand bei der 1. Edition doch weitaus höher ein, wo wirklich alles neu war !
Aber das ist auch der Grund denke ich; hätte man für die erste Edition den doppelten Preis verlangt wäre die Nachfrage kaum vorhanden gewesen.
Nun hat sich der Name Villen des Wahsinns in der Brettspielgemeinde etabliert und wie Poweronoff schon sagte, hier deutet alles auf Gewinnmaximierung aus.

Hier müsste man nun wirklich differenzieren:
Ist mir das Spiel 80€ wert ? Ja auf jeden Fall !
Zumindest Veteranen wissen was auf einen zukommt, Neueinsteiger sollten allerdings dennoch vorerst gründlich recherchieren, da 80€ doch ne stolze Summe für ein ungespieltes Brettspiel ist..

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Re: Wiederspielwert

Beitrag von Scimi » Di 10. Jan 2017, 11:36

Oshikai hat geschrieben: Naja, mal eben in ner App bei nem Szenario nen kurzen atmosphärischen Text bei div. Orten oder Mythosphasen hinklatschen ist nicht wirklich schwer.
Und bei lediglich 4 Szenarios ist das auch viel weniger Arbeit als es auf Papier zu bringen, tausende Male auszudrucken und fein säuberlich einzupacken.
Ich schätze den Aufwand bei der 1. Edition doch weitaus höher ein, wo wirklich alles neu war !
Das klingt, als würden die Spielkomponenten von irischen Mönchen handilluminiert, nachdem irgendein Praktikant in China die Texte zusammengehackt hat. Ich vermute eher, dass es für die Karten eine Maschine gibt, der man Papier, Farbe, Plastik und Druckdateien füttert und die hinten celophanverpackte Kartenstapel aushustet, während man für die Texte wen nimmt, der sich gut mit dem Arkham Horror-Material auskennt, alles im Spiel und in der App testen muss und der von seiner Tätigkeit womöglich seine Miete zahlen will.


Aber klar, dass mit dem Spiel Gewinn gemacht werden soll und das das nicht zum reinen Selbstkostenpreis angeboten wird. Das war aber auch bei der 1. Edition nicht anders.

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Re: Wiederspielwert

Beitrag von Elden » Di 10. Jan 2017, 17:36

Scimi hat geschrieben:Das klingt, als würden die Spielkomponenten von irischen Mönchen handilluminiert, nachdem irgendein Praktikant in China die Texte zusammengehackt hat.
Der war gut :lol:
Ich glaube auch das es sich mit den Kosten eher anders herum verhält.

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