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Beckikaze
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Beitrag von Beckikaze » Di 14. Sep 2010, 16:00

Es gibt schon einige Reviews dazu, aber das Review von Tom Vasel ist besonders interessant, weil er das Spiel in Grund und Boden stampft.

http://www.youtube.com/watch?v=LQhfCAVcg7E
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zwobot

Re: Reviews, Empfehlungen, Erfahrungen

Beitrag von zwobot » Di 14. Sep 2010, 16:51

Hm, wie drücke ich es aus ohne was negatives zu sagen, Tom hat vollkommen Recht damit das die Zielgruppe für dieses Spiel sehr speziell ist. Beschwipst auf einem Offenen Spieleabend mit Möglichkeit nach dem Sterben sofort ne Runde Todesengel zu spielen, habe ich es sehr gemocht:)

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Re: Reviews, Empfehlungen, Erfahrungen

Beitrag von Chobe » Di 14. Sep 2010, 16:59

Tja, irgendwie schade, daß anscheinend wirklich viele Leute etwas völlig falsches von dem Spiel erwarten... das fängt schon bei den Threads an, in denen gefragt wird, ob man sich "Dungeonquest" oder "[beliebigen_unvergleichbaren_Dungeoncrawler_einsetzen]" zulegen sollte.

Es ist ein Überlebenskampf, schnell rein, zuschnappen was geht (und soviel man sicht traut) und sofort wieder raus da bevor die Zeit um ist.
Was er über das Kamfsystem sagt, stimmt mich allerdings etwas nachdenklich, ich kenne in der Hinsicht nur die alte Version..
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impish
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Re: Reviews, Empfehlungen, Erfahrungen

Beitrag von impish » Mi 15. Sep 2010, 03:42

Hab das Spiel mir vorige Woche gekauft, und finde es im Gegensatz zum Review von Tom Vasel eigendlich okay.
Sicher hat er in einigen Punkten recht, wie zb. dem Kampfsystem das es irgendwie nicht zum Spielsystem(speed) passt, aber anderseits kommt ein wenig strategie dadurch hinzu.

Vor allem kann man das Spiel mit Freunden, die nicht gerade bereit sind 3-4 Stunden Zeit in ein Brettspiel zu investieren, flott durchspielen da die Regeln simpel sind.
Und der Solo Player Modus, für welche brettspiele ja nicht gerade ausgelegt sind, ist bei Dungeonquest doch nett.

Was ich bei den Review nicht ganz versteh ist das man das Spiel so leicht an eigene Regeln anpassen kann ohne die Balance zu kippen.
Bsp.:
Was spricht dagegen nach einen gewonnen Kampf eine Karte vom Treasure Stapel zu nehmen?
oder
Eine Erholungsphase anstelle von Search or Move in eigenen Regeln zu integrieren - wodurch man durch würfeln bestimmte Anzahl der Lebenspunkte zurück erhält.

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Re: Reviews, Empfehlungen, Erfahrungen

Beitrag von zwobot » Mi 15. Sep 2010, 07:41

Nach einem Kampf eine Karte vom Treasure Stapel finde ich zu gut, aber man kann es ausprobieren. Falls du die Empty Karten drin lässt, kannst du auch die als Luftholen/LP regenerieren nutzen.
In den Runden die ich gespielt habe, bin ich vor jedem Kampf geflohen, wie auch alle anderen am Tisch, somit kam das Kampfsystem nur selten zum Einsatz.

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Re: Reviews, Empfehlungen, Erfahrungen

Beitrag von Beckikaze » Di 21. Sep 2010, 15:54

Weil ich das Video so klasse finde und auch Dungeonquest dort verglichen wird, hier mal der Link zur neuesten Ausgabe von Board Games with Scott mit dem Thema "Dungeon Crawls". Zugleich steht für mich mit Castle Ravenloft der nächste Pflichtkauf an.

http://www.youtube.com/watch?v=2rgaDCia9Hk
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Re: Reviews, Empfehlungen, Erfahrungen

Beitrag von rekoJ » Mi 29. Sep 2010, 12:41

Tja, hm. Ich gebe Tom Vasel bedingt recht. Wie gesagt besitze ich die alte "Drachenhort"-Ausgabe. Für damalige Verhältnisse fand ich das Spiel klasse. Es ist schon richtig, dass Sterben an der Tagesordnung stand. Aber mit der Zeit konnte man das Spiel schon ein wenig einschätzen und lernte, wie man Gefahren aus dem Weg geht und die Situation richtig einschätzen kann. Beispielsweise war es nicht immer klug, ins Drachenversteck zu gehen. Das sollte man nur tun, wenn man wirklich gut dabei ist. Ansonsten lohnte sich auch das Schätzesuchen in den Gängen, wodurch man die Möglichkeit hat, viel schneller wieder heile das Dungeon verlassen zu können.
Aber: wie es scheint, gibt es wirklich kaum Änderungen zum alten Drachenhort (abgesehen mal vom Kampfsystem). Und heutzutage entspricht das Spiel einfach nicht mehr dem Zeitgeist. Hero Quest beispielsweise war damals in den 80ern der absolute Knaller. Heutzutage spielt man es ja wenn nur noch aus nostalgischen Gründen. Ernstzunehmen ist das Spiel mit all seinen Schwächen neben beispielsweise Descent auch nicht mehr. Ähnlich ist das bei Drachenhort. Wenn Dungeonquest wirklich so wenig Neuerungen bringt, gehe ich mal davon aus, dass es floppen dürfte. Schade, da hatte ich mir mehr versprochen...

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Re: Reviews, Empfehlungen, Erfahrungen

Beitrag von Beckikaze » Mi 29. Sep 2010, 13:30

rekoJ hat geschrieben:Und heutzutage entspricht das Spiel einfach nicht mehr dem Zeitgeist. Hero Quest beispielsweise war damals in den 80ern der absolute Knaller. Heutzutage spielt man es ja wenn nur noch aus nostalgischen Gründen. Ernstzunehmen ist das Spiel mit all seinen Schwächen neben beispielsweise Descent auch nicht mehr. Ähnlich ist das bei Drachenhort. Wenn Dungeonquest wirklich so wenig Neuerungen bringt, gehe ich mal davon aus, dass es floppen dürfte. Schade, da hatte ich mir mehr versprochen...
Ich weiß nicht, ob das wirklich stimmt (ohne Original und DQ selbst gespielt zu haben). Wenn man sich beispielsweise einige Comments zu Descent anschaut, dann schätzen Fans ihr Advanced HeroQuest immer noch während andere sagen, dass Warhammer Quest nach wie vor das bessere Spiel sei.

Ich bin mir nicht sicher, ob der Zeitgeist sich für dieses Nieschengenre (so würde ich das in Deutschland auf jeden Fall beschreiben) deutlich verändert. Sind Spiele nur deswegen besser und aktueller, weil sie komplexer werden? Gerade da passt DQ ganz gut. Das irgendwo aktuellere (aus Middle earth Quest entliehene) Kampfssystem erweist sich wohl als die größte Schwäche des Spiels, weil es nicht passt.

Ich glaube nicht, dass sich der Zeitgeist bei dieser Art Spielen so ändert, als dass Spiele (hoffnungslos) veraltet sind.
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Re: Reviews, Empfehlungen, Erfahrungen

Beitrag von rekoJ » Mi 29. Sep 2010, 13:41

Komplexer ist hier auch nicht das passende Stichwort. Heutzutage erfreuen sich vor allem auch schnelle und unkomplizierte Spiele großer Beliebtheit. Ich denke, gerade die Geschwindigkeit ist ein entscheidender Faktor. Damit meine ich nicht unbedingt die Spiellänge. Ein Vergleich zwischen Hero Quest und Descent. Bei Hero Quest können die Charaktere gaaaaanz gemäääächlich die Gänge abspazieren und sich richtig schön Ruhe und Zeit nehmen. Bei Descent sieht das anders aus: STRESS. Ähnliches wohl auch bezüglich Dungeonquest. Bemängelt wurde z.B., dass es viele Ereigniskarten gibt, wo nichts passiert. Da sieht man wieder die Erwartungshaltung: Action, Action, Action, es muss ständig etwas passieren. Während es früher gerne mal sehr gemütlich zugehen durfte.
Hero Quest ist, so denke ich, einfach aus Kult-Gründen so beliebt. Aber als Spiel ist es doch gar nicht richtig ernst zu nehmen. Das Balancing stimmt vorne und hinten nicht, der DM hat kaum Möglichkeit, aktiv ins Spielgeschehen einzugreifen. Ich selbst spiele derzeit mal wieder eine HQ-Runde. War anfangs auch witzig. Aber mehr auch kaum. Es ist halt ein reines Fun-Game. Spätestens nach dem dritten Questbuch ist es für den DM dann völlig frustrierend und öde.
Weshalb meiner Meinung nach Descent wesentlich besser als HQ ist, ist nicht die Komplexität. Sondern dass es a) ausgeglichener ist (auch wenn die Helden es wirklich schwerer haben) und b) für beide Seiten, Helden UND Overlord, interessant ist.
Und vor allem ist das Argument, das du angebracht hast, gänzlich anderer Natur: Du sprichst von alten Anhängern dieser Spiele ("schätzen Fans ihr Advanced HeroQuest immer noch"). Es gibt sicherlich auch alte Anhänger von Drachenhort. Die Frage ist: würden sich die Spiele ERNEUT bei neuem Publikum bewähren, würden sie jetzt erneut publiziert werden?

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Re: Reviews, Empfehlungen, Erfahrungen

Beitrag von Beckikaze » Mi 29. Sep 2010, 14:25

Bevor wir uns in einer Descent-Balance-Debatte verlieren :) dazu nur kurz meine Einschätzung auf Basis des Grundspiels: Die Descent-Balance ist vollkommen für die Tonne und extrem wackelig.

Ich führe mal ein anderes Spiel herbei, weil HeroQuest wirklich lange her ist und ich genau die Balance nicht mehr im Blick habe. Das Dungeons & Dragons Abenteuerspiel, das vor 6 oder 7 Jahren erschienen ist, war ja letztlich nichts Anderes als HeroQuest. Und da greift auch genau dein Kritikpunkt: Die Helden können eine ganze Zeit lang in irgendwelchen Räumen herumstehen und nichts tun. Das macht es für den OL zugegebenermaßen anstrengend. Aber was sind die Vor- und Nachteile daran. Bei Descent verändert sich das Spielerlebnis hin zu einem sehr, sehr kampflastigen Spiel. Das darf man daran auch wirklich kritisieren: Das Spiel verkommt zur Metzelorgie - das Kämpfen steht durch seine Komplexität mit den (tollen) Spezialfähigkeiten extrem im Vordergrund. Auch, dass es es im Descent Basisspiel keine Kampagne gibt, raubt dem Spiel ein wenig dieses Abenteuerflair.

Wenn ich dich richtig verstehe, dann hat sich auch deine Erwartungshaltung geändert. Trotzdem: Descent vergleicht Scott Nicholson mit einem Miniaturen-Kampfspiel und ich finde, dass das sehr gut passt. HeroQuest oder auch das 2003er D&D-Brettspiel haben zwar den Kampf auch als extrem wichtigen Baustein, aber das Spielgefühl ist anders - weil die Helden sich konsequent weiterentwicklen und auch mal Ruhephasen da sind. Beim D&D-Brettspiel passt die Balance übrigens hervorragend - trotz den Regenerationsphasen.

Diese neue Erwartungshaltung, wenn sie denn da ist, erzeugt auch ein neues Spielsystem. Aber ob das nun aktuell ist, bezweifle ich trotzdem. Und zur Spieldauer: Descent dauert auch unfassbar lange, weil es durch die Kämpfe in die Länge gezogen wird. Deshalb würde ich eher sagen, dass man von guten und schlechten Spieldesigns sprechen kann, aber nicht zwingend von alten schlechten.

Und zum Argument von Advanced HQ: Bei einigen mag da der Nostalgieeffekt mitschwingen, aber eben andere wollen ja durchaus einen neuen Crawler, den sie aber mit dem Descent-Grundspiel nicht als Ablösung empfunden haben.

Und zu Dungeonquest: Letztlich geht es bei dem Spiel, wenn ich das so richtig lese und höre, um Schadenfreude. Und das ist immer aktuell oder auch nicht. :)

Und zu deiner abschließenden Frage: Es ist nicht alles schlecht, was alt ist und nicht alles überragend, was modern ist. Und daher bin ich überzeugt: Wenn ein Advanced HeroQuest neu released werden würde (mit einigen Veränderungen - stimmt), könnte es Descent starke Konkurrenz machen, weil letzteres auf anderen Gebieten seine Schwächen hat (die Balance zählt dazu).

Beispiel: Talisman. Hat sich auch kaum verändert, was mir zumindest Vergleichsvideos so zeigen (bis auf das Spielende) und findet hervorragenden Anklang (Erweiterungsboom ftw! :) ).

Spannende Diskussion; allerdings bahnt sich hier ein Threadwechsel an. :)

In einem Punkt gebe ich dir natürlich trotzdem Recht: HeroQuest hatte damals einige Schwächen; die Passivität des OLs ist sicher eine. Aber so viele Jahre später hat Descent ebenfalls Schwächen und ist trotz "moderner" Spielmechanismen nicht das klar beste Dungeoncrawler-Spiel.
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