Motivation der Gruppe / Rollenspiel Ansätze

Neuigkeiten und Gedankenaustausch zum Rollenspiel Freihändler in der Welt von Warhammer 40.000
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0Degree
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Motivation der Gruppe / Rollenspiel Ansätze

Beitrag von 0Degree »

Hi Leute,

meine Gruppe will jetzt mit Freihändler beginnen. Haben vorher schon länger Schattenjäger gespielt und waren begeistert davon.
Nachdem wir alle mehr oder weniger die Regeln gelesen haben, haben wir uns drei Fragen gestellt.

1) Was könnte die Motivation eines Freihändlers sein? Der hat ja eigentlich schon "alles"
2) Uns kommt es eher so vor, alls ob Fh eine Handls/Kamp-Simulation ist. Gibt es ansätze die einzelnen Charaktere auszuspielen?
3) Haben alle irgendwie nicht ganz verstanden, wie das mit den Profitpunkten ist. Also wenn sich die Mannschaft dazu entscheiden sollte Ihre Flotte um einen Kreuzer zu erweitern würfelt sie nach allen Mali/Boni auf deisen Wert und hat dann einen neuen Kreuzer? Weiterhin ändert sich der Profitwert dann nicht wenn man so einen Kreuzer hat? Usw.

Wenn Ihr mir da weiterhelfen könntet, wäre das super.

Danke schon mal für Euer Feedback
Cerberus
Erzmagier
Beiträge: 1109
Registriert: Mi 1. Okt 2008, 11:14

Re: Motivation der Gruppe / Rollenspiel Ansätze

Beitrag von Cerberus »

Hi!

Ich äußer mich mal spontan zum ersten Punkt:
"Alles" hat er überhaupt nicht. Zum einen hat er enorme laufende Kosten (neben seinem eigenem, hoffentlich tollen Lebensstandard muß er ja evtl. auch noch ne kleine Flotte finanzieren - auf jeden Fall hat er sein Hauptschiff und seine Crew zu bezahlen ... mehr geht jedenfalls immer) ... zum anderen hat er einen Ruf zu verteidigen - oder aufzubauen. Wenn die wichtigen Leute im Imperium nicht das Flüstern anfangen, wenn sein Name genannt wird, oder sich vorsichtig umschauen, dann ist dieser Freihändler wohl nur ein unbedeutender Wichtigtuer der sich selbst was vorlügt ... und um genau das NICHT zu werden wird dieser Freihändler alles tun was nötig ist - und seine Vertrauten auch entsprechend motivieren.
Und selbst wenn ein Freihändler irgendwann mal alles hat und keine Angst hat, das alles jeden Moment an einen noch Ehrgeizigeren zu verlieren, der nach seinem Thron giert (was quasi ständig der Fall ist, Ehrgeiz kennt schließlich keine Grenzen :mrgreen: ) naja ich glaub nicht, dass so ein Charakter sich zuhause langweilen möchte, sondern lieber nach weiteren Nervenkitzel sucht. Oder kannst Du Dir Indiana Jones nach einem vorgezogenen Ruhestand vorstellen, wie er Pfeife rauchend im Schaukelstuhl seinen ruhigen Lebensabend genießt und dabei die Wiederholung von Dallas kuckt?
:twisted:

Cerberus
0Degree
Bürger
Beiträge: 2
Registriert: Di 4. Jan 2011, 13:33

Re: Motivation der Gruppe / Rollenspiel Ansätze

Beitrag von 0Degree »

Ja da magst Du Recht haben.
Die Unkosten sind sicherlich imens, aber kann man die mit diesem System irgendwie in "Zahlen" fassen? Damit man den Spielern da was Vorzeigen kann? Dabei hilft - mir zumindest - der Profitwert nicht viel weiter, da es nicht nur das Geld sondern auch den Status quo des Freihändlers zeigen soll. Oder hab ich irgendwo überlesen, dass man daraus irgendwie was rausextrahieren kann?

Danke für die schnelle Antwort.
Graf
Erzmagier
Beiträge: 896
Registriert: Do 30. Okt 2008, 01:47

Re: Motivation der Gruppe / Rollenspiel Ansätze

Beitrag von Graf »

Der Profitwert gefällt mir sehr gut, er hat gegenüber einem traditionellen Geld-System zwei Vorteile:

Erstens passt das Profit-System besser zu Freihändler. Schließlich geht es hier um derart hohe Summen, dass es lächerlich wäre, hier Geldsummen zu nennen. Vor allem ist ein großer Teil des Profits ja auch kein Bargeld in irgendeiner Währung, sondern liegt in Materialwert vor (die Ladung, das Schiff etc.).

Zweitens macht das Profit-System das Spiel einfacher. Man muss nicht immer jedes Geldstück zählen, wenn man seinem Spielcharakter etwas neues kaufen will, sondern kann mit dem abstrakten Wert einfach und ohne jede Erbsenzählerei bemessen, ob eine Anschaffung machbar ist oder nicht. Vor allem geht es bei Freihändler ja gar nicht so sehr um den persönlichen Besitz im Sinne von den paar Habseligkeiten, die ein Charakter mit sich rumschleppt. Es geht ja eher um große Projekte, die finanziert werden wollen.


Zu deiner dritten Frage: Im Prinzip ja, auch wenn ein Wurf für einen neuen Kreuzer für die meisten Profitwerte unschaffbar hoch sein dürfte. Wenn du dich nun wunderst, warum sich der Profitwert nicht senkt: Du solltest die neue Anschaffung weniger als Ausgabe betrachten, sondern eher als Investition. Stell dir den Profitwert als alles vor, was der Freihändler an Geld UND Materialwert besitzt. Wenn er Geld ausgibt, um sich ein Schiff von gleichem Gegenwert zu kaufen, dann bleibt der Wert ja erhalten.
Aber ich würde als Spielleiter durchaus auch Profitwerte senken, wenn ich das Gefühl hätte, dass die Spieler es übertreiben bzw. Ressourcen in den Sand setzen. Tatsächlich sinkt in den Beispielabenteuern der Profitwert ja auch, wenn das Schiff beschädigt wird.


Zu deiner zweiten Frage: Ja, es gibt unendlich viele Ansätze, seinen Charakter auszuspielen. Wenn wir an Star Trek denken, dann denken wir ja auch erstmal an die Charaktere wie Kirk, Spock, Picard, Riker oder Data und weniger an die Simulation einer Sternenflotte. Die Spieler sind in Freihändler eben die Brückencrew eines Raumschiffs, aber selbstverständlich hat jeder einzelne ein Ego und jede Menge Eigenheiten.
Als Handels- und Kampfsimulation würde ich Freihändler nicht betrachten. Der Akzent liegt schon deutlich stärker auf Entdeckungen, sozialer Interaktion mit anderen Fraktionen und dem Aufbau von einem eigenen Imperium.
Handel (und zweifelsohne auch Kampf) spielt ohne jeden Zweifel eine wichtige Rolle in Freihändler, aber es geht hier im Allgemeinen um interessantere Waren und Vorgänge als einem einfachen Hin- und Herschichten von gesichtslosen Gütern. Meines Erachtens nach ist es wichtig, dass gerade die Projekte eines Freihändlers nicht gesichtslos bleiben und nicht einfach im abstrakten Profitwert verschwinden, sondern das Spiel tatsächlich prägen.
Ein Beispiel: Wenn der Freihändler als ein großes Projekt eine Raumstation errichtet, dann sollte dadurch nicht einfach nur der Profitwert steigen. Nein, diese Raumstation sollte dann auch immer wieder in der Kampagne auftauchen und eine zentrale Rolle spielen (als Treffpunkt; als Besitz, der gegen Konkurrenten verteidigt werden muss; als Ausgangspunkt für Exkursionen etc.). Dasselbe gilt für Planeten, auf die der Freihändler seinen Anspruch erhebt: Sie sollten eben mehr sein als "einfach nur so ein Planet". Mit anderen Worten: Wie immer liegt es an der Spielgruppe, wie das Rollenspiel gestaltet wird.


EDIT: Zur Motivation des Freihändlers: Ich empfehle jedem, die Motivation eines Freihändlers stark im persönlichen Interesse des Spielercharakters und seiner Hintergrundgeschichte zu verankern und nicht einfach nur planlos durchs Weltall zu fliegen, um Vermögen anzusammeln. Ein Beispiel: Der Freihändler in meiner aktuellen Spielrunde ist ein Adliger, der aus seinem Heimatsystem vertrieben wurde. Hinter jedem einzelnen Unterfangen des Freihändlers steckt der Plan, irgendwann genügend politischen Einfluss und militärische Macht (sprich: eine Flotte) errungen zu haben, um in sein System zurückzukehren und sich wie der Graf von Monte Christo an allen zu rächen.
Ohne jeden Zweifel könnte er sich bereits jetzt in irgendeinem anderen System niederlassen und dort gut leben – aber es wäre nicht SEIN System, und das würde immer an ihm nagen. Also fliegt er weiter durchs All, sucht immer neue Verbündete und Machtquellen, bis er einst sein großes Ziel angehen wird – und vermutlich wird das erst der Anfang sein...
Der persönliche Ehrgeiz wird es in den meisten Fällen sein, der einen Freihändler ewig antreibt. Nicht ohne Grund ist das Spiel mit den Worten "ambition knows no bounds" überschrieben.
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