Immunsystem - Idee zu einem realistischen LCG

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Hernur_Galundil
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Immunsystem - Idee zu einem realistischen LCG

Beitrag von Hernur_Galundil » Fr 5. Jun 2020, 21:06

Tach Ludoreure.
Folgend eine mich grad enorm begeisternde Spielidee für ein LCG, die ich wohl an die entwickelnden FFG-Nerds wie Nate French schicken müsste. Wohlwissend auch, dass wiederum in DE die LCGs keine Selbstläufer zu sein scheinen:-( (Einstellung von Lot5R, Lokalisierung der Marvel Champions nur mit Bauchschmerzen). Aber ja nu, fern betriebswirtschaftlicher Rationalitäten trotzdem mal freimütig rausgehauen.
OBACHT: KEINE Lizenzidee, sondern zutiefst der Realität entnommen. Eskapisten bitte zum bevorzugten LCG greifen und eine zünftige Runde zur Beruhigung spielen!

Idee entstammt aktueller Coronakrise und ist akut inspiriert vom Omega Tau-Podcast zur Immunologie:
http://omegataupodcast.net/342-immunologie/
ICH BIN KEIN IMMUNOLOGE! Nur Laie, daher folgend alles nur angerissen und in meinem Kopf bereits wesentlich anschaulicher, als ich es korrekt in Worte bringen kann…

Ein Immunsystem-LCG
Wir spielen KOOPERATIV das Immunsystem und versuchen als dieses den Körper schadlos wider krankheitliche Invasoren wie Viren, Bakterien, Pilze usw. usf. zu halten.

Die 1-4 Spieler übernehmen entweder einen sehr spezialisierten Spieler-/Immunsystemkartenstapel (v.a. zu viert) oder generalisieren ihr Deck, indem sie ähnlich wie bei GoT verbündete Häuser, SW verbündete Fraktionen oder bei HdR sich ergänzende Sphären vereinen.

GANZ GROB zu unterscheiden zwischen Immunsystemkarten (ISK) für
- die angeborene/unspezifische Immunabwehr, über die der Körper grundsätzlich verfügt und die ähnlich wie Orte bei GOT oder SW auszulegen und prinzipiell dann dauerhaft im Spiel effektiv sind und grundsätzliche Abwehrarbeit leisten, sowie
- - die erworbene/spezifische Immunabwehr, deren karten ähnlich Charakteren/Einheiten speziellere Immunzellen (s.o. den Podcast für die diversen Arten und Typen) darstellen, die (ins Spiel) kommen und (nach getaner Arbeit) gehen. Diese können wiederum durch Verstärkungen/Zusätze länger- oder durch Ereignisse kurzfristig verstärkt/gepusht werden. Hier gibt es an vorderster Front kampfwütigere oder eher helfende Immunzellen (also eher das Taktik- vs. das Geist-Deck bei HdR)

Körper- und Krankheitskarten: was bei HdR die Abenteuerkarten sind, die den Verlauf „skripten“, sind hier die
- Körperkarten, die je nach Krankheit den ganzen Körper oder bestimmte Teile von ihm „darstellen" und je nach Abschnitt körper(teil)spezifische An- und Herausforderungen angeben, auf die sich die Spieler mit ihren Decks anpassen/einstellen müssen (Magen-Darm braucht anderes als bspw. Atemwege); Beispiel Lungenentzündung: die beginnt (harmlos) in den oberen Atemwegen (Körperkarte1von3), wo eher solche Immunsystemkarten weiterhelfen, um in den bronchialen Tiefen der Lunge zu enden (Körperkarte3von3), wo dann (ganz) andere Spielerkarten von Nöten sind…
- Krankheitskarten entsprechen dem HdR-Begegnungsdeck, von wo die Krankheitserreger (quasi die Gegner) über den Körper hereinbrechen. Statt Orte gibt es eine Art Zielkarten, die die Erreger ge-ziel-t gegen Immunzellen oder (sprunghaft) hin zu Körperteilen lotsen, und „Ereigniskarten“, die das Chaos exponentiell sich ausbreitender Viren und all derlei Übel wiedergeben

Speicherkarten (SK; unpassende Bezeichnung): inspiriert durch die SW-Einsatzziele, nur dass Speicherkarten auch von Vornherein ausliegen, aber nicht zerstört/entfernt werden können. Gemeint sind Speicher für immunsystemwichtige Stoffe (bspw. Vitamin D, Vitamin C, Zink und sicher noch weitere), auf die die Immunsystemkarten mit Triggerwörter Bezug nehmen. Hier ist der Status der Stoffe relevant, bspw. einzuteilen in „top, normal, niedrig“. Angezeigt durch hier abzulegende Marker, wobei z.B. 0-1 niedrig, 2-3 normal und 4+ top bedeuten mag (oder wie auch immer zu skalieren). Bei „top“ erhält man bestimmte Boni, sprich bestimmte ISK können umso besser (ressourcengeringer/mit stärkerem Effekt) ausgespielt werden; bei „normal“ tut sich nichts und bei „niedrig“ gibt es umgekehrte Mali. Manches klappt nur bei „top“, anderes kaum noch bei „niedrig“. Man will also die Speicher tunlichst mindestens mal normal halten. Je nach ISK verbraucht man hier aber natürlich auch stetig SK-Ressourcen, so dass der Status stets abzusinken droht und man sicher manch unschönen Kompromiss eingehen muss (jetzt eine SK-Ressource verbrauchen mit situativ gutem Effekt, wodurch der Status aber auf niedrig sinkt und in Folgerunde das Ganze verkompliziert)

Therapiekarten (TK): was bei GoT die Strategiekarten sind, um für den jeweiligen Spieler in einer Runde Vor- oder gegen den Gegenspieler Nachteile zu erwirken, sollen hier Therapiekarten sein. Spielen wir mit den Spieler-/Immunsystemkarten die körpereigenen Prozesse nach, kommen durch die TK äußere Faktoren hinzu, durch die das Immunsystem getriggert wird.
Statt dass alle 1-4 Spieler eigene TK haben, gibt es einen gemeinsamen TK-Stapel, der im Vorfeld krankheitsspezifisch zusammenzustellen und von allen je Runde eine der z.B. 7 Karten
auszuwählen ist (entscheidungserfordernder kommunikativer Part)
Hierüber bezieht man „Ressourcen“ (Immunkräfte; Wert1), womit man all die Immunsystem-Karten ausspielen kann (wie Ressourcen bei HdR/SW oder Drachengold bei GoT). Hierüber werden die Speicher gefüllt (Wert2), wobei die Spieler grundsätzlich den Wert X auf die im Spiel befindlichen Speicher aufteilen können (außer die TK gibt Bestimmtes vor bzw. gibt vor, dass soundsoviele der X Speicherressourcen auf einen Speicher zu legen sind). Evtl. noch ein Initiativwert o.Ä. (Wert3), der (immer oder situativ) vor dem Krankheitserreger agieren oder kräftiger reagieren lässt. Der jeweilige Text der TK kann entweder nur auf die Speicher bezogen sein (man führt sozusagen Vitamine & Co. in therapeutischen Mengen zu) oder es handelt sich um handfeste Medikamente wie Antibiotika (gegen Bakterien) oder Antiviralika . Der TK-Stapel ist dann krankheitsspezifisch auszusuchen: es mag Kankheiten geben, wo dem Immunsystem reicht, dass die Speicher gefüllt sind und die Immunzellen hierüber immunkräftig genug sind zur Abwehr (möglichst hoher Wert2 und passender Effekt-Text); bei anderen Krankheiten sind die Speicherkräfte nützlich, ab und an bedarf es dann aber doch eines ausgewachsenen Medikamentes; und dann sollte man in erster Linie Medikamente zur Therapie einsetzen (selbst wenn dann die Speicher eher normal bis niedrig sind, man dafür aber gezielt bspw. Bakterien mit Antibiotika bekämpfen kann o.Ä.).

Umweltkarten (UK): vergleichbar den GoT Agenda-Karten. Im Winter sind die Bedingungen für das Influenza-Virus besonders gut (Boni für Krankheitskarten) resp. die Bedingungen für den Körper ungünstig (Mali), im Sommer andersherum; beim aktuellen SARS-CoV2 hofft man ja noch auf einen, dann aber wohl nur geringen positiven Sommereffekt. Umweltkarten gibt die jeweilige Krankheit (zumindest zum Teil vor). So könnten bspw. atemwegsbelastende Effekte (Feinstaub, Schloten …) den Körper (hier die Lunge) negativ beeinflussen, was wiederum der Krankheit die Einfallstore öffnet und die Schwierigkeit bei der Lungenentzündung hochtreibt…

Schwierigkeitsgrad: An zig Stellen zu justieren:
- Besagte angeborene/unspezifische Immunabwehr (Magensäure ein Beispiel) ist ja immer vorhanden. Daher vorab auszulegen (wie bei GoT für 5Drachengold ED1 / 8 ED2). Wie „immunkräftig“ (für wieviele Ressourcen) man auslegen darf, wäre ein Stellrad (wobei man bei einer Magen-Darm-Grippe auf Körperkarte 1A eh angehalten würde, genau solche passenden Karten auszulegen: einfacher Modus X, normaler Modus X minus Y, schwerer/immunschwacher Modus [HdR-Alptraumdeck] X minus Z);
- Krankheitsdeck kann natürlich beliebig infektiös sein. So könnte es vergleichbar dem HdR-Alptraumdeck erschwerende Karten geben. Beispiel erneut infektiöse Lungenentzündung: durch Viren bewirkt (einfacher/normaler Modus) droht im geschwächten Zustand eine Folgeinfektion nun durch Bakterien, die die Gefährdungen potenzieren (schwerer/immunschwacher Modus). Solche Karten hätten dann Texte wie: „Wenn Bronchien bereits viral befallen sind, dann erhält diese (Bakterien)Karte plus X an Stärke“. Spätestens in diesem Modus braucht man v.a. Medikamenten-Therapiekarten, um der Multiinfektion Herr werden zu können
- Speicherkarten: A) man startet niedrig und sollte v.a. anfangs darum bemüht sein, hier auf Normwerte zu kommen, um Mali zu entgehen; B) die dauerhaft im Spiel befindlichen und relevanten SK sind mal so, dann anders viel im Spiel. Mal nur zwei, die man im Auge behalten muss, dann evtl. 3 oder gar 4. Beansprucht also die Übersicht und man muss adäquate ISK im Deck haben…

Marker: mindestens mal zwei verschiedene
- Ressourcen-Marker (RM), worüber die ISK auszuspielen sind und die man als Statusanzeige auf die SK ablegt. RM zeigen also stets positive Immunstärke/Immunkraft an und helfen die Immunabwehr aufrecht zu erhalten;
- -Infektionsmarker, mit denen der Befall von Körpeund das Ausmaß der Krankheit rteilen/dem Gewebe markiert wird

Warum so ein Spiel?
- KEINE Lizenz, also wie der Anhalter gegenüber der Enzyklopedia Galactica schlicht günstiger,
- Angesichts des Themas kann man groß auf die Packung schreiben: KEINE PANIK!
- Man kann schlimmstenfalls was lernen und es hätte damit das Potenzial zu einem „Bildungsspiel“, worüber man (wenn auch nicht unbedingt einstiegsfreundlichst) immunsystemische Zusammenhänge spielerisch erlernen könnte. Wer all die Begriffe für die bisherigen LCGs auswendig lernen kann (ja z.T: sogar die sehr japanisch anmutenden bei Lot5R), kann das gewiss auch mit realen immunologischen Begriffen,
- Da es LEIDER endlos viele Krankheitserreger (Viren, Bakterien, Pilze, Würmer) gibt und ein ganzer Körper als Angriffsfläche zur Verfügung steht, gibt es wohl kaum ein erweiterbareres Thema. Ein Zyklus zur Lunge, einer zu magen-Darm usw. oder zu einem bestimmten Erreger je Zykluspack mit Fokus auf den immunabwehrenden Herausforderungen; bzw. mal Krankheiten, die v.a. die angeborene, dann v.a. die erworbene oder beide Immunabwehren herausfordern und Deckanpassungen verlangen.

Vieles selbstredend noch denkbar. So
- „Fieber“, das evtl. ähnlich der HdR-Bedrohung fungieren könnte, nur dass hier freilich bei 42°C Game Over wäre und man nicht von 0-50, sondern nur realistisch von 36-42 skaliert. Je fiebriger, desto gefährlicher, desto größer bspw. der Speicher-Verbrauch, umso situativ abwehrwütiger das Immunsystem, aber auch alles auf der Kippe und auf Kante…
- Rezeptoren: durch SARS-CoV2 der berüchtigte ACE2-Rezeptor sicherlich bekannt geworden, an den das Virus bevorzugt andockt, der schon in der Nase und dann in der Lunge vermehrt vorhanden ist (Gefahr für bestimmte Organe also). Mit solchen Triggerwörtern könnte man die Krankheitserreger über den Körper verteilen. Dort fällt der eine ein, woanders bevorzugt der andere.

Was haltet ihr davon? Zu viel Realität? Zu akut unschönes Thema? Oder gerade wegen realem Bezug mal was ganz anderes, wenn den (mir vorschwebenden) Mechanismen nach auf bekannten Varianten fußend? M.E. ließe sich ein famoser Mix aus nahezu allen bisherigen LCGs kombinieren; müsste man auch mehr als üblich manches von Anfang an im Spiel haben, Bestimmtes recht kontinuierlich im Blick behalten und bespielen usw.
Bin auf Reaktionen gespannt

GESUNDER Gruß

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